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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Sternenbergs Zentralereignis

Sternenberg. Es ist übrigens seit einiger Zeit keine eigene
Gemeinde mehr, sondern hat sich Bauma angeschlossen.
(Wikicommons/Roland Zumbühl)
Ich nehme an, die meisten haben es zur Kenntnis genommen, den anderen sei es hier vermeldet: In der Nacht auf den Montag ist in Sternenberg im Zürcher Oberland das Gasthaus Sternen abgebrannt. Das ist traurig, weil das abgelegene Dorf ein solches Restaurant braucht, einen Ort, wo die Einheimischen zusammenkommen und die Wanderer sich stärken können. Ich war schon lange nicht mehr oben, kann mich aber erinnern, wie ich einst mit R. bei heftigem Regen aufstieg; der Schirm von R. stellte sich unterwegs als undicht heraus. Oben waren wir beide pflotschnass. Umso schöner die Wärme im Sternen. Ehrlich, im Moment würde ich nicht nach Sternenberg wandern, mir würde das Zentralereignis der Unternehmung fehlen, die Einkehr eben. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Der Sternen-Besitzer erwägt, bald im Nebengebäude, das das Feuer überstanden hat, zu wirten.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Au, diese Auen!

Gestern früh fuhr ich nach Aarau mit der Idee, ein wenig der Aare flussabwärts zu folgen, es war eine Verlegenheits-Idee, mir war nichts anderes in den Sinn gekommen. Doch wie es mir in solchen Fällen oft passiert: Die Route, zwei Gehstunden bis Rupperswil, war eine Trouvaille. Zwischen Aarau und Wildegg findet sich die grösste Flussaue des Aargaus. Statt sie zu beschreiben, lasse ich hier Bilder sprechen. Sicher will ich bald fortsetzen und von Rupperswil nach Schinznach gehen.

Montag, 19. Dezember 2016

Hasliberg (ZH)

Gestern hatte ich Sonntagsdienst bei der Zeitung, Wandern nicht möglich. Hier zwei Bilder zur Wanderung vom Samstag in der Gegend des Flughafens Zürich. Das eine Bild, ein Foto, beweist, dass wir im Kanton Zürich auch einen Hasliberg haben (das Foto ist aufgenommen in der Bahnhofunterführung Oberglatt).
Illustration zwei: ein Screenshot von der Homepage des Restaurants Hecht in Seeb, wo ich am Samstag kurz für einen Espresso stoppte. Ich mag die Beiz sehr. Aber schon irre, wie durchseucht mit Anführungszeichen die Texte auf besagter Homepage sind.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Auf dem Ober-Ober-Weg

Drahtzaun (I): Piste beim Nordende des Flughafen-Areals.
Drahtzaun (II): Christbäumchen-Plantage kurz vor Oberrüti.
Drahtzaun (III): Eines der Kamele von Oberglatt.
Wandern heisst, dass deine Route dir fortlaufend Geschenke macht. Gestern in der Nähe des Zürcher Flughafens war das wieder so; ausgesucht hatte ich mir die Gegend, weil ich beruflich auf Pikett war und mich nicht zu weit von der Stadt Zürich entfernen konnte. Meinen Weg könnte man auch den "Ober-Ober-Weg" nennen: Er führte vom Bahnhof Oberglatt zum Nordende des Flughafenareals, weiter nach Seeb und dann nach Oberrüti, Gemeinde Winkel (2 1/2 Stunden, 170 Meter aufwärts, 120 abwärts). Unter anderem wurden mir diese drei Dinge beschert:
Orangenpunsch mit Kuchen
im Plain-Spotter-Beizli.

  • Kurz nach der Brücke über die Glatt kam ich zu einem Schild, das Ben's Kamelfarm anzeigte. Ich fand die Kamelfarm geschlossen für Publikum, sah aber doch einige Kamele auf der Weide. In der warmen Jahreszeit können Kinder auf den Kamelen reiten, auch wird Kamelmilch serviert.
  • Hübsch das Plain-Spotter-Beizli Route 90 Grill and More am erwähnten Nordende des Flughafens. Permanent kamen dicke Vögel angeflogen. Ein Bildschirm zeigte Flugnummern, -gesellschaften, exakte Landezeiten, Verspätungen und so weiter an. Ich gönnte mir einen Orangenpunsch und ein Stück Haselnusskuchen.
  • Nicht zum ersten Mal Freude machte mir der Hecht in Seeb, den es seit gut 600 Jahren gibt, womit er einer der ältesten oder gar der älteste Gasthof des Kantons Zürich ist. Ich trank einen Espresso am Stammtisch, ein Mann um die 80 musterte mein iPhone und fragte expertenhaft, ob ich wie er meine Schritte per Handy zähle. Er sichte seine Daten jeden Tag.

Samstag, 17. Dezember 2016

Süsser Thurgau

Süsse Pfähle aus dem Thurgau.
(Screenshot Bäckerei-Homepage)
Steckborn TG liegt am Südufer des Untersees zwischen Stein am Rhein und Kreuzlingen, rund 3800 Menschen wohnen in "Stäckbore", wie die Einheimischen den Ort nennen. Gestern las ich die neue "Schweizer Familie" und mochte die Reportage aus Steckborn. Ein Ausdruck, den ich nie zuvor gehört habe: Steckborer Pfööl. Gemeint sind zunächst die Überreste der Pfosten des einstigen Holzdamms am See, der längst durch eine Ufermauer ersetzt ist. Die Bäckerei Meier gleich um die Ecke hat die passende Süssware kreiert. Nämlich Pfähle aus Schokolade, gefüllt mit Mascarponecrème und Hüppenkrokant. Verlockend - muss ich mal wieder nach Steckborn?

Freitag, 16. Dezember 2016

Vreneli und Richard

Sechs Jahre wohnte Richard Wagner in der Villa von Tribschen.
Wagner-Büste vor dem Haus.
Von 1866 bis 1872 lebte Richard Wagner in Tribschen etwas ausserhalb von Luzern. Die Villa lag prachtvoll direkt am Vierwaldstättersee, der Komponist durchlebte produktive Jahre, allerlei Getier verschönerte das Gelände, die beiden Pfauen hiessen Wotan und Fricka. Zum Gesinde gehörte das treue Vreneli Weidmann, das Wagner bereits an anderen Orten als Hausangestellte gedient hatte. Vreneli verheiratete sich bald mit dem Portier vom Hotel Schweizerhof in Luzern, doch als 1868 ihr erstes Kind auf die Welt kam, das auf den Namen Wilhelm Richard getauft wurde, da glich dieses Büblein Wagner offenbar auffallend; mit den zwei folgenden Kindern soll es ebenso gewesen sein. Wer mehr zu Wagner und seinen Tribschener Jahren wissen will, der lese den hier gelinkten Artikel. Heute ist in der Villa das Richard-Wagner-Museum untergebracht, am Dienstag kam ich durch, allerdings hatte das Museum Winterpause. Man wird wiederkommen müssen, wenn es Frühling ist.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Meine schöne Nebelei

Man kann Pedaloboote auch stapeln.
Mastenmeer gegen das Tribschenhorn zu.
Seltsames Huhn-Schild. Frass der Fuchs die Ecke ab?
Gestern fuhr ich nach Luzern, wanderte das Seeufer entlang Richtung Tribschen, bog beim Matthof ab ins Innere der Halbinsel Horw, erkeuchte mir den Punkt Seeblick. Dann ging es wieder hinab: via Felmis, Ober- und Unterknolligen sowie Dorni zur Bushaltestelle Kastanienbaum. Die Unternehmung dauerte knapp drei Stunden, ich stieg 270 Meter auf- und etwa gleich viele Meter abwärts, und ich mochte die Route, weil sie abwechslungsreich war und alles bot: Parks am See, Wagners Villa (mehr dazu demnächst), Schiffe und Pedaloboote im Winterschlaf, Werften, dazu Statuen und Gedenktafeln noch und noch. Da waren aber auch unglaublich protzige Millionärsvillen und die üblichen modernen Überbauungen des Mittelstandes sowie der eine oder andere Bauernhof sowie das reizende Längacher-Kapellchen. Treuer Begleiter bei alledem war mir der Nebel, der das Volk fernhielt, so dass ich die meiste Zeit allein ging, abgesehen von einem Jogger hier und da. Die Sonne sah ich dann erst, als ich am Nachmittag in den HB Zürich einfuhr. Umso ferner kommt mir mein Ausflug schon vor - habe ich ihn geträumt, gab es ihn wirklich? Gott sei Dank machte ich wie immer Fotos.
Schmucke See-Ecke beim Wagner-Haus (heute ein Museum) in Tribschen.