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Montag, 8. November 2021

Die grösste St. Galler Insel

Die Schnittlauchinsel. (Foto: Dodo
von den Bergen / Wikicommons)
Mit Schnittlauch verfeinert man bisweilen den Salat. Im Walensee gibt es eine Insel, die so heisst: Schnittlauchinsel. Sie liegt unweit von Walenstadt, ist 320 Meter vom Ufer entfernt, wird, wenn das Wasser hoch steht, überflutet. Und besitzt einen Superlativ: 80 Meter auf 20 Meter misst sie bloss und ist trotzdem die grösste Insel des Kantons St. Gallen. So weit die Auflösung meines Sonntagsrätsels. Die richtige Antwort erreichte mich gestern von: Felix Käppeli, Stefan Brauchli, Hans Müller, Marianne Jeker.

Sonntag, 7. November 2021

Salatbeigabe? Im Wasser? Hä?

Endlich wieder einmal ein Sonntagsrätsel. Wer die Antwort weiss, mailt mich heute an unter widmerwandertweiter@yahoo.de, die Lösung folgt morgen. Und jetzt wünsche ich allen einen schönen Tag.

Hier das Rätsel, das geografischer Art ist und die Schweiz betrifft:

Eine Salatbeigabe hockt im Wasser und hält einen kantonalen Superlativ.


Samstag, 6. November 2021

Per Strassenbahn zum Ägerisee

Der "Orion" im Jahr 1907.
(Foto ab Infotafel Industriepfad Lorze)
Die Gegend des Ägerisees, das sind die Zuger Highlands. Immerhin 300 Meter beträgt die Höhendifferenz gegen unten zur Ebene der Lorze mit dem Kantonshauptort Zug, von dem aus man Unterägeri und Oberägeri per Bus erreicht. Die erste Form von öffentlichem Verkehr hinauf zum Ägerisee war die Pferdepost. 1904 dann wurde ein Autobus namens "Orion" eingeführt, ein Gefährt mit 12 Plätzen, das für die Strecke weit über eine Stunde brauchte und als unbequem und stinkig galt. 1913 trat an seine Stelle eine elektrische Strassenbahn, die bei der Einweihung drei Mal entgleiste. Sie transportierte auch Güter sowie die Industriearbeiterinnen und -arbeiter der grossen Spinnereien. 1950, als eine Trasseesanierung nötig wurde, rechnete man und zog den Schluss, dass ein Autobusbetrieb billiger sei. So kommt es, dass wir Wanderer und Wanderinnen heutzutage mit dem Bus anreisen. Gelesen habe ich das alles auf einer Infotafel des Industriepfades Lorze bei der Bushaltestelle "Unterägeri, Zentrum".

Freitag, 5. November 2021

Ein treuer Freund

Morgens um acht in Unterägeri am Ausfluss der Lorze aus dem Ägerisee.
Föhnhimmel über dem Zuger Hochland.
Ich liebe alte Häuser wie dieses in Unterägeri.
Die Lorze ist der Hauptfluss des Kantons Zug. Ein Themenweg würdigt ihre Rolle als Treiberin des Handwerks und Gewerbes und später der Industrialisierung, also als Reichtumsquelle. 30 Kilometer lang ist der Industriepfad Lorze und erklärt in 70 Tafeln regionale Geschichte und Wirtschaftsgeschichte. Vorgestern Vormittag bewanderte ich den Anfang der Strecke, die ersten neun Kilometer genauer gesagt vom Ägerisee via Neuägeri ins Lorzetobel, das ich in seiner Mitte Richtung Bushaltestelle "Tobelbrücke-Höllgrotten" verliess. Froh stimmte mich das Wetter während meiner bloss zweieinhalbstündigen Unternehmung. Die Sonne schien grad noch knapp und vergoldete die Blätter der Bäume. Der Föhn, indem er die Regenwolken fernhielt, erwies sich wieder einmal als mein treuer Freund. Was besagten Industriepfad angeht, will ich nächstens etwas mehr von dem erzählen, was ich unterwegs erfuhr.

Donnerstag, 4. November 2021

Moosnews

Das Martinsloch auf der Grenze der Kantone Glarus
und Graubünden ist ein hochalpiner Ort, an dem das
neu entdeckte Moos gedeiht. Illustration von Hans
Conrad Escher, 1812. (Adrian Michael / Wikicommons)

In der Schweiz sind über 1000 Moosarten bekannt. Die schlechte Nachricht: 38 Prozent davon sind gefährdet. Und die gute Nachricht: Dieses Jahr wurde eine bei uns bisher unbekannte Moosart entdeckt. Sie gehört zu den Kissenmoosen, gedeiht im Glarnerland in alpiner Höhe und wurde "Martinsloch-Spalthütchen" getauft. Weltweit ist nur ein weiterer Ort bekannt, wo diese Art wächst, es ist einer im Tirol. Das las ich diese Woche in der "Schweizer Familie". 

Mittwoch, 3. November 2021

Violetti trinken

Unser Pinot.

Rösti mit Käse und Speck im "Hirzli".
Im Restaurant Hirzli im Niederurner Täli bei Niederurnen im Kanton Glarus, einem prachtvoll abseitig gelegenen Haus, kam es letzte Woche zu einer Premiere, die hier zu vermelden ich erst heute Gelegenheit habe. Zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt kostete ich Glarner Wein. Ja, den gibt es. Einigermassen bekannt ist der Bürgliwy vom Burghügel im Kantonshauptort Glarus. Wir hatten es mit einem anderen Tropfen zu tun, einem Pinot Noir von der Winzerfamilie Violetti aus Niederurnen, die dort – sowie im nahen Weesen SG – Rebberge unterhält. Der Rote mundete, leicht und fruchtig war er. Und ich weiss jetzt aus eigener Anschauung, dass auch Glarus ein Weinkanton ist. 
Violetti-Reben in Niederurnen.

Dienstag, 2. November 2021

Der Nachtreiter

Nachtreiter: der Schlossgrün.
(Bild: Ghostpirat/Wikicommons)
Den Schlossgrün sahen wir nicht. Und überhaupt macht die Ruine Göskon, östlich von Obergösgen im Land zwischen der kanalisierten Aare und dem alten Flusslauf gelegen, nicht viel her. Ein paar Mauerreste, mehr ist da nicht. Wir leisteten uns den kurzen Abstecher, während wir am Samstag von Aarau nach Olten wanderten. Denn immerhin: Auf dem Felskopf über dem Fluss siedelten schon in der Eisenzeit Menschen, die sich sicher fühlen wollten. Im 13. Jahrhundert entstand die Burg. 1471 dann schenkten die Solothurner Gebietsherren das Gemäuer den Aarauern. Die brachen es ab, schifften die Steine per Floss nach Aarau und verwendeten sie für den Bau der Stadtkirche. Geblieben ist von der Ruine Göskon fast nichts. Doch ist da eine starke Geschichte. In grüner Jägertracht, heisst es, ist vor Ort ein mittelalterlicher Schlossherr anzutreffen. Das ist der Schlossgrün. Auf einem weissen Pferd umreitet er seine Besitzungen. Leider tut er das nur in gewissen Nächten. Wir waren tagsüber unterwegs, hatten also keine Chance, den Mann anzutreffen.

Die armseligen Reste der Burg Göskon nah Obergösgen SO.