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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Krankonversation bei Opfikon

Wir sehen mehr als andere, sagte Kran eins. Wir sind die Elite des Glatttals, frohlockte zwei. Tragt den Kopf nicht so hoch, warnte drei: Irgendwann kommt der Abbau.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Wer liegt vor Madagaskar?

Dennis Gastmann, Reisereporter mit Willen zum Humor.
Dennis Gastmann ist ein satirischer Reisereporter und Hauptdarsteller von "Mit 80 000 Fragen um die Welt". Ich gestehe, ihn und seine TV-Werke auf NDR und WDR bisher nicht gekannt zu haben. Obwohl er als "Peter Scholl-Latour der Generation Twitter" gefeiert wird. Durch ein Pressemail, das sein neues Buch "Gang nach Canossa" ankündigt, wurde ich auf Gastmann aufmerksam - auf Youtube schaute ich mir ein paar Clips an. Gastmann stellt den Leute Fragen wie "Wer liegt vor Madagaskar?" oder "Können Russen noch mit Hammer und Sichel umgehen?" - und natürlich reagieren die Leute befremdet oder lassen sich in ein absurdes Gespräch verwickeln. Mässig lustig, finde ich; vor allem, wenn man es mit der ebenfalls scherzhaften, dazu aber schlauen Interviewkunst von Sacha Baron Cohen (Ali G) vergleicht. Hier ein Ali-G-Klassiker: Besuch beim FBI.

Montag, 29. Oktober 2012

Emil entführt!

Baum, Schnee, Acker: Etz groobet's.

Emil wanderte widerwillig.
Wir wanderten am Samstag dann doch 5 1/2 Stunden: von Zürich-Dolder via Loorenkopf, Süessblätz, Forch, Guldenen auf den Pfannenstiel und nach dem Fondue hinab nach Toggwil und Meilen. Speziell schön war neben dem Laub auf dem Wegen in allen Tönen von gelb bis rot der Schnee, der bald den Regen ersetzte und die Landschaft sozusagen poetisierte; die Wiesen wurden dabei nicht weiss, sondern nahmen ein helles, pastellenes Grün an. In meinem Appenzeller Dialekt gibt es dafür ein Wort; man schaut aus dem Fenster und stellt fest: "Etz groobet's!" (mit hellem o). Nur einer von uns acht wirkte missmutig: Hund Emil; für so ein bodennahes Tierchen war es wohl einfach zu feucht. Könnte er sprechen, hätte er vermutlich irgendeine Opferberatungsstelle angerufen, eine Entführung aus der warmen Stube vermeldet und Hilfe erbeten.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Elsasser und der Oberbau

Vor langer Zeit stellte ich in diesem Blog ein bahntechnisches Standardwerk vor: Hans G. Wäglis "Schienennetz Schweiz" samt dem zugehörigen Nebenband "Bahnprofil Schweiz CH+". Nun gibt es ein ähnlich in baulichen Einzelheiten schwelgendes Buch: "Schienen - Weichen - Schwellen. Das Fundament der Bahn" von Kilian T. Elsasser, studierter Museologe und vormals Ausstellungsleiter im Luzerner Verkehrshaus. Hier ein Zitat aus der Verlagsinformation, das die Wichtigkeit des Stoffes begründet:
"Der Oberbau, das heisst die Fahrbahn der Eisenbahn fristet im Gegensatz zu den Lokomotiven und Wagen unberechtigter Weise ein wenig beachtetes Dasein. An das Schienensystem werden höchste Anforderungen gestellt. Es muss präzise verlegt werden, Witterungseinflüssen standhalten, Züge mit hoher Geschwindigkeit sicher in der Spur halten."

Samstag, 27. Oktober 2012

Ich bin kein Hund, ich bin ein Wanderer

Das Wetter für heute: brrrr.
Heute würde man nicht einmal einen Hund aus dem Haus jagen. Aber ich bin kein Hund, sondern ein Wanderer. Und mein eigener Herr: Ich jage mich selber ins Draussen. Wir gehen, jawoll! Drei Stunden soll die Sache dauern und in einem Fondue auf dem Gipfel kulminieren. Wie es nach dem Essen weitergeht: mal schauen. Der Startort ist hochklassig respektive ein wenig versnobt: Zürich-Dolder.

Freitag, 26. Oktober 2012

Schlaatologie

Schleitheim SH, Thema meiner heutigen Zeitungs-Kolumne, ist mit 1700 Einwohnern nicht gross. Und doch hat dieses Schleitheim ("Schlaate") viel zu bieten. Da ist etwa:
  • Das einzige Gipsmuseum der Schweiz. Im 18. und 19. Jahrhundert war Schleitheimer Gips hoch begehrt. Die Gipsschicht, die man abbaute, ist 240 Millionen Jahre alt. Bei Führungen kann man den Stollen besichtigen, in dem die Temperatur sommers und winters gut 10 Grad Celsius beträgt.
  • Der "Dar da da"-Weg über "Stock und Staa", wie die Einheimischen sagen. Er ist mit Stationen wie dem Rohrtelefon, Riesen-Xylophon und Klangrohr speziell bei Familien beliebt. "Dar da da" bedeutet auf Hochdeutsch "Darf der das". Warum der Weg so heisst: keine Ahnung.
  • Die Schleitheimer Artikel.
  • Das Thermenmuseum. Schleitheim gabs schon zur Römerzeit: eine Kleinstadt namens Iuliomagus. Der Ort ist auf der Tabula Peutingeriana eingezeichnet, einer erhaltenen römischen Strassenkarte. Bei Ausgrabungen kam ein grosser Badekomplex ans Licht; auf seinem Areal steht das heutige Museum.
  • Das Täuferzimmer. In dem abgelegenen Schleitheim versammelten sich 1527 Täufer, die Verfolgten der Reformationszeit. Der ehemalige Mönch Michael Sattler sammelte anlässlich des Geheimtreffens die Glaubensregeln in sieben Punkten - den sogenannten "Schleitheimer Artikeln". Das Täuferzimmer, Teil des Museums Schleitheimertal, erinnert daran.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Perle aus Panix


Das Risetenhoren (rechts, mit Schnee). Rechts davon der Risetenpass.
Heute wird nicht gewandert, auch wenn das Bergwetter noch einmal gut ist. Ich gebe einen Kurs am MAZ in Luzern, mit einem Kollegen; auch darauf freue ich mich. Und am Freitag, der allenfalls noch ein Sonnen-Schnäppchen wäre, habe ich diverse Termine. Na und? Gestern war derart toll, dass ichs zufrieden bin.

Wir zogen von Weisstannen Oberdorf los und freuten uns grad als erstes: Wie Blogleser Walti zu meinem gestrigen Eintrag anmerkte, gibt es zwischen dem Oberdorf und der Alp Vorsiez einen neuen, wunderbaren, von der Asphaltpiste entflochtenen Wanderweg. Er war uns eine Gehfreude. Bei Vorsiez wurden wir den Nebel los. Und bei der Alp Obersiez waren wir in der Sonne; sie wärmte uns, als sei Sommer. Wir stiegen zum Risetenpass auf, der Kantonsgrenze St. Gallen/ Glarus, stiegen wieder ab zur vorderen Winggelhütten, nahmen den Höhenweg nach Matt-Weissenberge. Dort waren wir müde und glücklich: Der Risetenpass, der schon lange auf meiner Wunschliste stand, ist grossartig, kombiniert sanfte Begrastheit mit dem Anblick schroffer Kleinberge und grosser Gipfel. Aber die Route ist lang und anstrengend: 7 Stunden, 10 Minuten; 1370 Meter auf, 1110 ab.

Die ersten Meter Abstieg Richtung Matt nach dem Risetenpass.
Ach ja, die Einkehr! Bevor wir die Seilbahn hinab nach Matt nahmen, kehrten wir in der Wirtschaft zum Weissenberg ein. Der Wirt machte alles richtig: Er war enorm nett, servierte unser Lieblingsbier "Panix Perle" und trug später die perfekte Rösti heran. So war das gestern: Alles stimmig.
Seilbahnfahrt in den Nebel von Matt.