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Montag, 2. Juli 2018

Am Schluss gabs einen Bierhalt

Der Greifensee vom Pfannenstiel aus.
Man lebt halt in Zollikerberg und nicht in Grindelwald oder Bergün. Und also ist nicht irgendein militanter Klotz der Hausberg, sondern der sanfte, von allen Seiten agglomässig bedrängte Pfannenstiel - er kommt hier immer wieder einmal vor auf die Gefahr hin, dass ein paar Leute gähnen. Am Samstag huldigten wir meinem Nahziel, indem wir es bei grosser Hitze von Stäfa aus bestiegen mit Start erst am frühen Nachmittag. Oben znachteten wir in der Hochwacht sehr gut, ich hatte den Klassiker der Klassiker, Zürigschnätzlets. Vom Horizont schaute uns der Säntis zu. Danach gings hinab nach Egg und in der Forchbahn wieder heim mit einem Fahrtunterbruch für alle in Zollikerberg: Bierhalt. Soweit das neueste Wandererlebnis in diesem garantiert fussballfreien Blog. Und nun wünsche ich allen einen guten Juli.
Sommer im Gebiet Gibisnüd.
Kurz nach dem Start oberhalb Stäfa.

Sonntag, 1. Juli 2018

Der Blockhausbauer


Ganz allein baut ein Mann im kanadischen Wald ein Blockhaus. Solche Filme werden mir nie langweilig. Dieser hier dauert knapp 40 Minuten, ich kann ihn nur empfehlen.

Samstag, 30. Juni 2018

Hoffentlich ist da kein Bär unterwegs

Heute wird endlich mal wieder gewandert. Die Route ist einfach und bequem: Wir gehen von Stäfa auf den Pfannenstiel und essen dort. Bei der Vorbereitung der Wanderung, also beim Zeichnen der Route auf Schweizmobil, stiess ich auf einen lustigen Flurnamen: Mutzmalen. Als ich das Wort las, dachte ich fürs erste: Hoffentlich ist da kein Bär unterwegs. Dann stellte ich fest, dass der Weiler am Hang über Stäfa einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Gemäss diesem leitet sich der Name wohl vom Rebmesser ab, dem Mutz. Also Entwarnung, wir werden nicht gefressen werden.

Freitag, 29. Juni 2018

Dieser schädliche Kaffeegenuss

Schloss Bipp in Oberbipp. Hier residierte der Landvogt.
(Wikicommons)
Das Bipperamt mit Dörfern wie Oberbipp und Attiswil war eine bernische Landvogtei am Jurasüdfuss. Gestern las ich in einem historischen Buch ein wenig über die Gegend und amüsierte mich. Zum Beispiel schrieb 1788, also kurz bevor Napoleons Franzosen das Ancien Régime beseitigten, ein bernischer Landvogt namens Stettler über die Menschen des Bipperamtes folgende Dinge - ich zitiere:
  • Trunkenbolde sind nicht häufig. Ausser an den Steigerungen geniessen sie den Wein nicht im Übermass. Hingegen ist seit etlichen Jahren auch hier das schädliche Kaffeetrinken eingerissen.
  • Die Männer sind wohlgebildet, mittelgross, abgehärtet und stark. Bei den gefährlichsten und rauhesten Arbeiten sind sie unverdrossen und beherzt. Ihr Geist ist mehr nachahmend als erfinderisch und tätig.
  • Für fremde Kriegsdienste sind sie vorzüglich geschaffen, lassen sich aber selten dazu verleiten.
  • Sie sind unordentlich in allem. Alles liegt in und aussert den Häusern durcheinander. Selten scheiten sie das Holz, bis sie es brennen wollen. Die schlechtesten Zäune umgeben ihre Besitzungen. Sie sind leichtsinnig, eigennützig und geldgierig. Dabei sind sie willig, getreu und mutig.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Tod eines Ritters

Bonvillars VD in unserer Neuzeit.
Vor einigen Wochen kam ich in Bonvillars durch, einem Weindörfchen unweit von Yverdon. Es exportierte einst einen Ritter nach England, der dort als John de Bonvillars Karriere machte. Der Ritter hatte sich, erklärt Wikipedia, beim englischen König Eduard I. verdingt. Nachdem Eduard Wales erobert hatte, wurde John de Bonvillars in die neuen Ländereien geschickt, er hielt dort in den nächsten Jahren allerlei Ämter inne und diente als Statthalter. Bei der Belagerung einer Burg, in der sich walisische Rebellen verschanzt hatten, kam Bonvillars 1287 ums Leben. Er und andere Ritter beaufsichtigten die Unterminierung der feindlichen Burgmauern, als diese zu früh einstürzten. Klingt wie das biografische Gerüst eines historischen Romans. Wer schreibt ihn, please?

Mittwoch, 27. Juni 2018

Ich habe Roten bestellt, aber welchen?

Im Fraumünster-Kreuzgang. Ja, ich weiss, das Foto ist
nicht besonders. Ich gebe in diesem Fall dem Wein die Schuld.
Am Montag war wieder mal die jährliche Zürcher Weinprobe im Kreuzgang des Fraumünsters in Zürich - ein Anlass, den man in der Regel angesäuselt verlässt. 35 Zürcher Winzer waren es heuer, die ihre Erzeugnisse präsentierten, die Veranstaltung ist eine Art Werkschau. Man zahlt 20 Franken Eintritt, bekommt dafür ein Glas und macht sich ans Probieren und gerät natürlich auch mit dem einen oder anderen Produzenten ins Gespräch. Und weil der Alkohol einen budgetmässig weich macht, bestellt man sur place den einen oder anderen Tropfen. Ich habe 36 Flaschen von zwei verschiedenen Winzern bestellt. Roten. Was für welchen genau? Hüstel, ich habs vergessen. Macht aber nichts, die melden sich.

Dienstag, 26. Juni 2018

Schön ist es im Alpstein - zu schön?

Heute möchte ich ein Mail publizieren, das mir am Sonntag zuging; natürlich mit Zustimmung der Verfasserin Isabella Fischer, zuhause im Kanton Zürich. Sie schildert darin, wie es ihr kürzlich im Alpstein erging. Hier das Mail - ich kann das Erlebte gut nachvollziehen:
Der Seealpsee. (Foto: Floorball/ Wikicommons)

Grüezi Herr Widmer
Seit vielen Jahren schätze ich Ihre Beiträge im Tagi. Nicht wenige davon werden in einem Ordner abgelegt und wenn das Wetter passt – nachgewandert.Für einmal sind wir ohne Plan (und ohne Widmer-Anleitung), aber mit vielen verträumten Bildern im Kopf ins Appenzellerland Richtung Alpstein gefahren, mit Ziel Seealpsee und Meglisalp. Bereits die Anfahrt gen Wasserauen liess Böses ahnen. Soweit das Auge reichte glänzte das Blech von hunderten von Karossen. Openair? Alphorn-Blasete? Alpaufzug? Schön wärs. Alle hatten nur ein Ziel: Seealpsee und Aescheri/Wildkirchli. Die gefühlte halbe Welt hatte dieselbe Idee wie wir. Wobei wir nur wenige Schweizer als solche erkennen konnten. Zu Tausenden schlarpten, schlurften, ächzten und schnauften Polen, Russen, Argentinier, Chinesen, Japaner, Franzosen, Italiener, Amerikaner etc. etc. Richtung See. Wagemutig im unpassendsten Schuhwerk ab Wasserauen den schmalen steilen Pfad hinauf – wir sichteten Kommilitoninnen der Uni Ulm in Espadrillen, Brasilianer in Badeschlarpen, Japanerinnen in Tommi Hilfiger Turnschuhen, vor uns hinter uns eine stetig wachsende Kolonne. Der Abstand zum Vordermann betrug in etwa so viel wie bei der Immigration Line am Airport von New York.   Dasselbe Bild rund um den Seealpsee. Kein Foto ohne dass nicht mind. 100 Personen im Bild waren. „Pumpevoll“, wie an einem schönen Sommerwochenende am Greifensee. Man wälzte sich mit Kinderwagen, Kinderbuggies, Kindervelos von Käserei zu Käserei, von Kuh zu Kuh, von Grillstelle zu Grillstelle. Alles und jedes wurde fotographisch in Szene gesetzt – von Bikinischönheiten im eiskalten See über Fliegen auf dem frischen Kuhfladen bis hin zu widerkäuenden Huftieren, denen man zwecks optimaler Bildgestaltung wacker an den Hörnern zog.Wir müssen aus der Masse irgendwie als urige Schweizer identifizierbar gewesen sein. Denn wir wurden mehrfach nach dem Weg gefragt – zum Aescher (!). In Plastiksandalen, Strass besetzten FlipFlops... aber das Thema hatten wir ja schon. Der langen Rede kurzer Sinn: haben wir irgendetwas nicht mitbekommen? War da eine mega Aktion in den Social Media Channels? So analog zum Post von Ashton Kutcher über das Aescher auf dem Titelbild des National Geographic Magazin 2015? Oder das coole Verszasca Video eines Touris aus Italien, das nun für eine Völkerwanderung aus aller Herren Länder in genanntes Tal sorgt?Es war nur ein ganz normaler früher Samstagmorgen, keine Ferienzeit. Kein Show-Event.Alpstein? Nie wieder. Oder vielleicht an einem Dienstag, im Oktober, vor dem ersten Schnee.... Gibt es überhaupt noch CH-Wanderziele, wo man in Ruhe und Musse die Bergwelt bestaunen kann? Die letzten 2-3 Jahre haben wir leider nur noch negative Erfahrungen gemacht. Wir sind cosmopolit, die ganze Welt bereist. Aber sowas wie das Happening rund um den Seealpsee, sowas haben wir bis dato noch nie erlebt. 
Mit besten Grüssen Isabella Fischer