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Mittwoch, 6. Oktober 2010

Das schöne Horn (II)

Kürzlich schrieb ich vom Tschingellochtighorn nah Adelboden, es modele mit Erfolg und werde oft fotografiert. Und natürlich gehört zu einem solchen Model, dass es sich immer wieder anders präsentiert, je nach Stimmung, Tag, Fotograf. Hier ein Leserinnenbild: In Monika Schlatters Aufnahme vom Üschinengrat aus gibt sich das schöne Horn betont schüchtern. Scheinbar getraut es sich kaum, über den vorgelagerten Kamm zu linsen - was für eine kokette Pose!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Unglaubliches Freizeit-Objekt

Der Mechanismus ist immer und überall der Gleiche: Eine Bergbahn tut sich schwer, vor allem im Sommer; es fahren einfach zu wenig Leute hinauf, so dass auch das Gipfelrestaurant serbelt. Und dann haben die Manager eine zündende Idee: EVENT! Jetzt hat es die Alp Schönbüel über Lungern erwischt. Bergbahnen-Chef Paul Niederberger will auf 2000 Metern über Meer für 170 Millionen Franken eine gigantische Amüsier-Anlage bauen: Panoramarestaurant, Disco, Festarena für 1200 Leute, Shoppingcenter, Wellnesstrakt, Hotel, Kinderhort und Indoor-Garten unter einer Glaskuppel. Der "SonntagsBlick", der über das Projekt "Mountain Star" berichtete, spöttelt angesichts der Architektenskizze treffend, es entstehe ein Ufo. Ein "unglaubliches Freizeit-Objekt".

Montag, 4. Oktober 2010

Tschingellochtighorn, du bist die Schönste im Land

Alëuten? Nein, Tschingellochtighorn, Berner Oberland.
Von Adelboden-Gilbach stiegen wir auf aussichtsreichem Grat zum Sillerenbühl. Dort trafen wir Leute, die mit der Bahn aufgefahren waren und nun per Trottinett zu Tal schossen; es sah gefährlich aus. Im Hahnenmoospass-Bergrestaurant verdrückte ich später einen saftigen Hamburger. Und dann hielten wir über den Pommernpass, wieder einsam, hinab zu den Simmenfällen vor der Lenk. Kalte Waldpartien und Schwitzen in der Mittagssonne, aufkommender Föhn, endendes Grün und schnee-verätzte Spitzen: Das war meine Wochenend-Wanderung. Der Preis für den schönsten Berg des Tages geht an das Tschingellochtighorn: Was für ein keckes Splitter-Gipfelchen! Es modelt übrigens erfolgreich und wird oft fotografiert.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Das grosse Kaviar-Duell

Am Gotthard wollen Unternehmer auf beiden Seiten, in Erstfeld und in der Leventina, Störe züchten und Kaviar gewinnen. Und zwar mit dem warmen Wasser, das bei Neat-Bohrungen zu Tage trat. Soweit ein Artikel der "SonntagsZeitung". Dasselbe geschieht schon in Frutigen im Kandertal, ebenfalls mit Neat-Wasser; ich schrieb darüber in diesem Blog. Wirklich originell ist das Vorhaben am Gotthard also nicht mehr. Wobei: Wenn es Unternehmer Sawiris schafft, sein Superluxusresort in Andermatt mit reichen Leuten zu füllen - dann wird natürlich der Kaviarbedarf an der Reuss wesentlich grösser sein als an der ärmlichen Kander. Ich bin nun gespannt auf das grosse Kaviarduell.

Baumelfreiheit garantiert

Gestern Heimfahrt per Zug von der Lenk nach toller Wanderung, Blättern in der aushängenden Zeitschrift. Oha, Endo Anaconda lässt gerne mal die Seele baumeln. Nun, da ist der gute Endo nicht allein. Wann immer Journalisten schreiben, taucht eine Redewendung auf: "die Seele baumeln lassen". Über 840 Einträge verzeichnet die Schweizer Mediendatenbank. Hausbootferien in Burgund, autofreier Tag in der Bodenseeregion, Seniorenreise einer Appenzeller Kirchgemeinde: Stets lassen Leute die Seele baumeln. Als Leser werde ich  hässig, produziere also das Gegenteil von Gelassenheit, wenn irgendwo in der Zeitung wieder mal die Seele baumelt. Und daher sei an dieser Stelle versprochen: Dies ist, auch wenn er des öftern von Orten handelt, an denen man durchaus die Seele baumeln lassen könnte, ein garantiert baumelfreier Blog.

Samstag, 2. Oktober 2010

Ticino, tre idee

Drei Tessinwanderungen, die nicht jeder macht - und ich wollte sie alle diese Saison machen, doch jetzt ist schon bald Schluss; ich bin froh, wenn ich heuer noch eine schaffe.
1. Iragna - Citt - Personico - Bodio. Das aufgelassene Val d'Iragna am Gegenhang zur Strada Alta, der Val d'Ambra-Stausee und schliesslich das von der Krise gebeutelte Industriedorf Bodio: eine typische Leventinaroute.
2. Am Eingang zum Misox von Lumino hinauf zu den Monti Savorù; zwar kann man dazu die kleine Seilbahn nehmen, aber Laufen ist lustiger. Und dann hinab nach Claro nah Bellinzona. Ein Knieplager und Gelenkschletzer.
3. Vom Dimitri-Dorf Verscio auf den Salmone, Aussichtspunkt mit toller Sicht auf den Lago Maggiore. Und dann entweder hinab ins Maggiatal oder via Garinapass nach Loco im Onsernonetal.
Tessin, ich komme (hoffentlich noch 2010)!
Schön wild: der Garinapass.

Freitag, 1. Oktober 2010

Bad Zürich

Im Dezember öffnet in Zürichs Engequartier auf dem alten Hürlimann-Areal, wo übrigens auch Google untergekommen ist, ein riesiges Thermalbad. 60 Millionen kostet der Bau und bietet ein Panoramabad auf dem Dach des einstigen Sud- und Maschinenhauses. Unter Boden kann man sich in fass-artigen Holzwannen suhlen, die an die Brauerei-Vergangenheit gemahnen. Dieser Bereich heisst stilvoll "Hades". Ein zugehöriges Hotel wird etwas später eröffnet. Bad Schinznach, Bad Zurzach, Bad... Zürich.