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Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Wägner

Hier kehre ich immer gern ein: "Stausee", Innerthal.
Woher kommt der Name "Wägital", frage ich mich kürzlich, während ich im Restaurant Stausee zu Innerthal SZ Kaffee trank und über den Wägitalersee schaute. Zuhause wurde ich fündig in einem alten Wanderführer. Dort steht, dass man die ersten Siedler, die sich einst ihren Weg in das unwirtliche Tal der Aa bahnten, "Wägner" nannte. In einer Urkunde von 1410 findet sich das Wort "Wägy" dann ein erstes Mal.

Samstag, 6. Oktober 2012

Acht Mal

Zwischen Neppenegg und Hoher Buche, mit Bella.
Acht Tage hintereinander mit der Hündin Bella die gleiche 70-Minuten-Route gegangen: Obere Rüti - Ebnet - Neppenegg - Hohe Buche - Obere Rüti. Keinen Gedanken auf Wegentscheidungen verschwendet, nur gegangen, gedacht, geatmet. Monotonie ist herrlich. Heute geht es nach Hause. Und auch das ist gut.

Freitag, 5. Oktober 2012

Hey, wenn die Partnerin drauf steht...

Gestern wieder "Hohe Buche". Wieder Nussgipfel. Wieder Lektüre appenzellischer Zeitungen. Drei Dinge fand ich beim Lesen bemerkenswert:
  1. Das Appenzellerland hatte bis anhin keinen einzigen Meter Nationalstrasse. Nun wird die Hauptstrasse von St.Gallen-Winkeln über Herisau nach Appenzell ins Nationalstrassennetz aufgenommen. N25 is born, hurra! Neu muss der Bund zahlen, wenn Reparaturen oder ein Ausbau anstehen.
  2. Ein 74-Jähriger stürzte mit seinem Auto bei Hemberg SG ins 15 Meter tiefe Zwislerbach-Tobel. Er wurde nur leicht verletzt, kam allerdings im Dunkeln nicht aus dem Tobel. Professionell schützte er sich gegen eine Unterkühlung: Er blieb die ganze Nacht stehen. Am Mittwoch morgen wurde er gerettet.
  3. Eben war Geiss-Schau in Appenzell. In der einen Zeitung führte ein Experte  folgendes zoologisches Faktum aus: "Während der Brunst bepinkelt sich der Bock Vorderbeine und Hals; das mögen die Weibchen scheinbar." Tönt ein bisschen grusig. Aber hey, wenn die Partnerin drauf steht...
Ziegen am Mittwoch in Appenzell. (Bild: Monika Schlatter)

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Die Osmanenschweiz

Gestern schaute ich mir Zumbo.ch an. Man findet dort alte Karten der Schweiz. Witzig fand ich die Osmanische Karte unseres Landes von 1895 - zur Erinnerung: Die Osmanen waren eine türkische Herrscherdynastie, die ein Vielvölkerrreich errrichtete. Ihre Sprache, Osmanisch, war eine Art Elite-Türkisch, eine Hof- und Kanzleisprache voller persischer und arabischer Wörter, in arabischer Schrift geschrieben.

PS: Wie kommt es, dass in Obstalden im Kanton Glarus ein Osmanenprinz begraben liegt? Wer das wissen will, hier meine alte Wanderkolumne zum Thema.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ronjas 393 Kilometer zu Fuss

Die "Hohe Buche".
Über einem Kaffee las ich gestern in der "Hohen Buche" (Trogen) den "Appenzeller Volksfreund". Da war ein Artikel über ein Podium mit Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Dieser wurde zitiert mit den Worten, seine besten Ideen als Politiker seien ihm beim Wandern zugeflogen. Wieder zuhause im Bauernhaus, das ich grad hüte, wollte ich Stunden später den genauen Wortlaut des Quotes rekonstruieren - für einen Blogeintrag. Auf der Homepage der Schweizer Mediendatenbank stellte ich aber fest, dass der "Volksfreund" nicht erfasst ist. Was okay ist: So bleibt es mir erspart, mit einer fiesen Pointe gegen meinen Mitappenzeller zu schnöden.

Statt des gesuchten fand ich in der Datenbank einen anderen Artikel - über eine 18-jährige Kantischülerin aus Zihlschlacht TG namens Ronja Pralle. Sie hat für ihre Matura-Arbeit 393 Kilometer zu Fuss zurückgelegt, indem sie von Arosa nach Montreux wanderte. Danach schrieb sie einen Wanderführer. Und zwar in Englisch, da sie die zweisprachige Matur absolviert. Vorläufig gibt es diesen Führer nur in 11 Exemplaren, doch überlegt sich die junge Dame, ihn auf Deutsch in einer grösseren Auflage zu publizieren. Ich bin gespannt. Allerdings frage ich mich auch: Wenn Ronja Pralle für die Matura-Arbeit fast 400 Kilometer wandert - wie lang wird dann die Strecke sein, die sie dereinst für den Uni-Abschluss zurücklegt? Das wird eine biblische Strapaze!

Dienstag, 2. Oktober 2012

Peter und Paul, Edgar und Emil

Schöner Berg: Grosser Mythen SZ.
Dem Kleinen Mythen, Kanton Schwyz, südwestlich auf einem Sockel vorgelagert gibt es einen Klettergarten mit einigen bis zu 50 Meter hohen Zacken und Nadeln. Die zwei markantesten Miniberge heissen Peter und Paul. Kürzlich las ich im "Tages-Anzeiger" die Reportage "Wilde Klippen" meines alpinistisch veranlagten Kollegen Edgar Schuler; er begleitete den Glarner Bergsteiger und Schriftsteller Emil Zopfi, der über das Gebiet der Mythen dieser Tage einen Bildband vorlegt. Zu Peter und Paul ein Detail aus dem Artikel: "Legendär ist der Übergang zwischen den beiden, der nur mit einem Mut erfordernden, unmöglich scheinenden Spreizschritt zu machen ist."

Montag, 1. Oktober 2012

Mein Totalversagen

Das Buochserhorn, Berg meiner Schande.
Im politischen Betrieb ist es ja so: Wenn man etwas vergeigt, versiebt, vermasselt hat, dann kommuniziert man das am besten selber - bevor jemand anders damit kommt. Gewiss gilt diese Regel auch für Blogger. Und daher deklariere ich hier vorsorglich: Ich habe versagt. Total. Am 23. März gab ich in diesem Blog unter "Meine Legislaturziele" vollmundig bekannt, welche Berge und Pässe ich in der anlaufenden Saison machen wollte. Jetzt, ein halbes Jahr später, steht fest: Ich habe keine einzige dieser Routen geschafft. Weder war ich auf dem Buochserhorn noch auf dem Brisi, und von St. Antönien hinüber ins Montafon gelaufen bin ich auch nicht. Meine Legislatur: ein Desaster bzw. eine einzige Abweichung vom öffentlich verkündeten Plan. Ich bin auch nicht besser als ein Politiker.

Uff, das hätten wir. Nie wieder werde ich Legislaturziele publizieren, ich versprechs. Woran es nicht lag: an mangelndem Einsatz. Ich war überall. Eben nur nicht dort, wo ich mir vornahm, zu sein.