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Mittwoch, 13. Februar 2013

Holzvaller

Ferdinand Hodler, Der Holzvaller,
pardon: Der Holzfäller. 1910. (Wikicommons)
Was ist ein Valler? Ein Holzfäller auf Rätoromanisch? Aber nein! Ein Valler ist ein Einwohner von Vals. Meine Zeitungskolumne am Freitag spielt übrigens unter Vallern.

Dienstag, 12. Februar 2013

Fast-Kanton Rottweil

Die Karte von Google zeigt am unteren Rand den Norden der Schweiz und den Bodensee. Und sie zeigt am oberen Rand, rot markiert, Rottweil. Dieses Rottweil (25 000 Einwohner), das dank dem Rottweiler-Hund sozusagen ein Image mit Biss hat, liegt an der Bahnlinie Zürich - Stuttgart, etwa auf halbem Weg. Es ist, wie ich kürzlich in der NZZ las, geschichtlich eng mit der Eidgenossenschaft verbunden. Im Ancien Régime gab es die festen Mitglieder der Eidgenossenschaft und die zugewandten Orte. Rottweiler war ein solcher zugewandter Ort. Vor 550 Jahren schloss es sich der Schweiz an - und feiert dies heuer mit einem "Schweiz-Jahr". Die Verbindung war lange eng, die Rottweiler kämpften etwa auch in der Schlacht von Murten mit. Doch im 17. Jahrhundert begann die Freundschaft auszukühlen, als hierzulande die reformierten Kräfte obenaus schwangen. Rottweil war katholisch, muss man wissen. 1802 ging, was ein Schweizer Kanton hätte werden können, im Herzogtum Württemberg auf. Eigentlich schade. Wäre doch nett, so eine Schweizer Insel im süddeutschen Raum.

PS: Ich wälze Wanderpläne. Bald will ich mit meinem Grüpplein in Rottweil wandern.

Montag, 11. Februar 2013

Saiten und die Hauptpost

"Ich bin auch eine Bibliothek", sagte die Hauptpost. (Wikicommons/Gidoca)
Das beste Kulturmagazin der Schweiz wird in St. Gallen gemacht und heisst "Saiten", ich habe es abonniert. Meine Lieblingsrubrik sind die Sammelseiten, auf denen Korrespondenten aus Vorarlberg, Schaffhausen, dem Toggenburg, Winterthur und dem Appenzellerland berichten, was dort so läuft; die Ostschweiz nimmt dabei Mal um Mal Kontur an. In der neuen Nummer geht es schwergewichtig um St. Gallens Bibliothekspläne. In der imposanten alten Hauptpost gegenüber dem Bahnhof sollen die Kantonsbibliothek Vadiana und die städtische Freihandbibliothek einziehen. Interessant, da passiert etwas. Man kaufe, man lese!

Sonntag, 10. Februar 2013

Giftkalt

Brrrr! In La Brévine zeigte das Thermometer in der letzten Nacht knapp unter minus 30 Grad Celsius an. So meldet SRF1.

Zolliberg tschutschu


Dieses Schild in meinem Lebensort Zollikerberg warnt vor der Forchbahn. Man kann seine Jim-Knopf-Ästhetik liebenswert finden - oder sich ärgern. Ich finde, es macht aus valablem ÖV einen nostalgischen Tschutschu-Witz. Wenn es auf Verkehrsschildern ums Auto geht, wird schliesslich auch nicht ein Ford von 1908 abgebildet.

Samstag, 9. Februar 2013

Goethe hat's wie ich

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein:
Goethe in der römischen Campagna, 1787. (Wikicommons)
Da freut man sich die ganze Woche über auf den Samstag, geht auch brav ins Büro - und dann das: Halsweh, und zwar kräftig. Es kann nicht gewandert werden. Stattdessen kaufte ich mir gestern Goethes "Italienische Reise" und habe seither mit dem Lesen begonnen. Goethes Vater war vermögend, unternahm 1740 eben eine solche Reise und erzählte hernach dem Sohn des öftern davon, so dass in diesem dasselbe Begehren wuchs. 1786 brach Goethe auf, verliess seine Weimarer Existenz, die ihn beklomm, weil er nicht mehr wusste, wie Dichten und öffentliches Amt zu vereinen wäre. Der Bericht liest sich angenehm, ich sitze nun also mit Goethen in der Kutsche, derweil es gen Süden geht, und streiche mir immer wieder mal den einen oder anderen Satz an. Was Flüsse angeht, hat es Goethe wie ich: 
"Mir gibt es sehr schnell einen Begriff von jeder Gegend, wenn ich bei dem kleinsten Wasser forsche, wohin es läuft, zu welcher Flussregion es gehört. Man findet alsdann selbst in Gegenden, die man nicht übersehen kann, einen Zusammenhang der Berge und Täler gedankenweise." 
PS: Die ungewohnte Schrift dieses Beitrags? Google, das mir das Blogprogramm gratis stellt, schikaniert mich. Heute geht nur diese Schrift - ausser in diesem Postscriptum. Ist das nicht irre?

Freitag, 8. Februar 2013

Dänischer Plunder und Skeuomorphismus

Heute drei Dinge.
Ich liebe Dänemark, denn
ich liebe Dänischen Plunder.
  1. Ich freue mich: Das iPhone-App "Forchbahn - 30 Ausflüge mit der Frieda", zu dem ich 15 Routen beigesteuert habe, steht auf der Liste für "Best of Swiss Web" 2013. Wer weiss, vielleicht wird das Gratisgadget ja mit einem Preis bedacht?
  2. Ich zweifle: Regelmässig esse ich im Café am Bahnhof Tiefenbrunnen morgens etwas Süsses. Oft ist es ein Dänischer Plunder. Wissen die Dänen eigentlich, dass dieses Gebäck sie in der Schweiz vertritt und ihr Image massgeblich bestimmt?
  3. Ich staune: Was es nicht alles für Wörter gibt! Gestern las ich in der NZZ: "Skeuomorphismus". Gemeint ist, dass manche Apparaturen, Geräte, Maschinen modern sind, aber unnötigerweise stattet man sie mit Dingen aus, die längst überholt sind. Oft geht es um Design und darum, einen Kuscheleffekt, ein Gefühl des Altvertrauten zu produzieren. Gutes Beispiel: eine Computertastatur, die die die Anschläge einer alten Hermes Baby imitiert. Oder ein Ford mit Seitenpaneelen aus Falschholz.