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Montag, 9. November 2020

Was willst du mal werden? - Wikinger!

Klischee der blonden Wikingermaid: norwegische Illustration aus dem Jahr 1905
von Andreas Bloch. (Nasjonalbibliotheket, Billedsamlingen/ Wikicommons)
In der angesehenen Zeitschrift "Nature" erschien dieser Tage eine Studie, an der ein internationales Forscherteam sechs Jahre lang gearbeitet hatte. Die Forscherinnen und Forscher hatten DNA aus den Knochen unzähliger Wikingergräber extrahiert. Das Ergebnis: Die sogenannten Wikinger und Wikingerinnen waren keineswegs alle blond und hochgewachsen, blauäugig und hellhäutig. Vielmehr waren unter ihnen alle Variationen von Menschentypen vertreten. Die Folgerung daraus: Die Wikinger waren multiethnisch, sie rekrutierten ihresgleichen aus allen Gegenden Europas und darüber hinaus. "Wikinger" war nicht gleichbedeutend mit "Skandinavier," "Wikinger" war ein Beruf. Das las ich kürzlich im Tagi.

Sonntag, 8. November 2020

Unsere neue Standseilbahn

Die Bahnanlage zum Butzenbüel.
(Foto: Flughafen Zürich)
Diese Woche wurde am Flughafen Zürich der "Circle" eröffnet, ein 1,2 Milliarden teurer Riesenkomplex mit Läden und Büros, einer ambulanten Klinik und Restaurants. Zum Areal gehört des weitern ein Park mit dem Hügel Butzenbüel im Zentrum. Eine Standseilbahn führt hinauf, oben befindet sich eine grosse Wasserschale, die ab und zu künstliche Nebel freisetzen soll. 76 Meter lang ist das Standseilbahn-Trassee und überwindet 23 Meter Höhe. Ich freue mich sehr, die neue Bahn, deren Benutzung gratis ist, bald auszuprobieren. Ein Video, das sie präsentiert, findet man hier.

Samstag, 7. November 2020

Finnen und sein Galgen

Das Foto habe nicht ich gemacht, sondern Ronja, die eben in Finnen durchkam, einem Walliser Dorf hoch am Hang nördlich von Visp. Dort steht noch der Galgen als Zeichen einstiger Gerichtsbarkeit. Als letzte Delinquenten wurden an ihm 1796 zwei Schafdiebe aus dem nahen Mund gehängt, ein Vater und ein Sohn, verurteilt vom Freigericht.

Freitag, 6. November 2020

Erfolgreicher "Putsch"

Züriputsch: Auf dem Paradeplatz stossen aufständische
Leute vom Land mit Regierungstruppen zusammen.
(sidonius, Zentralbibliothek Zürich/ Wikicommons)
Nur wenige Dialektausdrücke konnten wir Schweizer exportieren. Das Müesli kennt man weltweit. Die Rösti - die Deutschen wissen jedenfalls, um was es sich handelt. Das Chuchichäschtli taucht immer wieder mal auf, wenn Leute im Ausland sich über die kratzige Seite unserer Mundarten amüsieren. Dazu kommt ein viertes Wort - Markus Gasser, Dialekt-Experte bei Radio SRF 1, erwähnte es gestern. Putsch. Jawohl, Putsch! 1839 ereignete sich im Kanton Zürich der Züriputsch Konservativer gegen die Liberalen. Darüber berichteten auch ausländische Zeitungen. So begann die internationale Karriere dieses Wörtlis, das "Stoss" und "Zusammenstoss" bedeutet.

Der Eintrag im Macmillan Dictionary.

Donnerstag, 5. November 2020

Sommerschlittenfahrt

Ein Film von 12 Minuten. Wir erleben eine Sippe von Nomaden im nödlichen Ural im Sommer, in dem sie alle zwei, drei Tage mit ihren Rentieren den Lagerplatz wechseln. Die Erklärungen, die es braucht, sind in englischen Untertiteln beigefügt. Magisch, wie die Leute auf ihren Schlitten über die grüne Steppe gleiten.

Mittwoch, 4. November 2020

Seilbahnfahren à la Umbrien

Sieht aus wie schwebende Käfige. Oder wie Folterkäfige im Mittelalter, die ja häufig in der Luft hingen. Blogleserin Monika Schlatter schickte mir ihr Foto zu, nachdem sie gestern den Eintrag über den kuriosen Paternoster von Fürigen am Vierwaldstättersee gesehen hatte. Vielen Dank, Monika! Das Bild ist in Umbrien aufgenommen. Am Rand der Stadt Gubbio steht dort auf dem Monte Ingino die Basilika von Sant'Ubaldo. Zu diesem Wallfahrtsort hinauf führt die Seilbahn.

Dienstag, 3. November 2020

Der Schrägaufzug von Fürigen

Die stillgelegte Standseilbahn zum Kurhaus Fürigen
 ist auf der heutigen Landeskarte eingezeichnet.
Der Schrägaufzug, um den es hier geht, fehlt.
Facebook-Freund Reto Heygel brachte mich vor einiger Zeit auf die Idee zu dem heutigen Eintrag; er schrieb auf Facebook über eine spezielle Ein-Personen-Seilbahn am Vierwaldstättersee, die heute verschwunden ist. In der Nähe von Stansstad gab es in der Harissenbucht das Freibad Fürigen. Wesentlich höher stand am selben Ort das 1910 eröffnete Kurhaus Fürigen, das unterhalb einen Spiel- und Sportplatz unterhielt. Dessen Benutzer nutzten auch gerne das Strandbad. Allerdings gab es da ein Problem: Die Standseilbahn zum See hinab kam für die Benutzer nicht infrage, da im öffentlichen Verkehr keine Leute im Badkleid zugelassen waren. Der Hotelbesitzer lancierte daher 1937 eine zweite Bahn im Paternosterprinzip, genauer gesagt einen Schrägaufzug mit Umlaufseil, bei dem jede Person einzeln hinauf und hinunter fuhr. Man stellte sich dazu auf eine kleine runde Plattform von Kuchengrösse, hielt sich an einer Stange, hatte über sich einen charmanten Sonnenschirm und schwebte nun berg- oder talwärts.