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Dienstag, 15. Juli 2025

Der Schriftsteller vom Kurzenberg

Peter Eggenberger kann ich nicht zeigen, ich habe kein Foto.
Stattdessen eines vom Appenzeller Witzweg, den er
gründen half. (Foto: Appenzellerland Tourismus AR /Wikicommons)
Vor wenigen Wochen hatten wir Mailkontakt, er machte mich auf sein neues Büchlein aufmerksam, dem ich in der "Schweizer Familie" dann eine Notiz widmete. Und nun entnehme ich einer Todesanzeige, dass Peter Eggenberger am 2. Juli in Walzenhausen AR verstorben ist, in jenem Dorf mit Bodenseeblick also, in dem er 1939 geboren wurde. Peter Eggenberger machte eine Drogistenlehre, fühlte sich beengt, haute mit 20 ab in die Fremdenlegion, kam fünf Jahre später zurück, wurde Logopäde. Und Schriftsteller, der vor allem Kurzgeschichten in der lokalen Mundart schrieb, dem Kurzenberger Dialekt. Auch das oben erwähnte neue – und jetzt letzte – Büchlein war eine Sammlung von Kurzgeschichten in diesem kleinen Idiom, sie hiess "Lache isch di bescht Medizin". Tatsächlich initiierte Peter Eggenberger 1993 ja auch, mit einem Wirt, den "Witzweg" im Appenzeller Vorderland. Ich habe ihn kennengelernt in meiner jungjournalistischen Zeit im Appenzellerland – er wird mir in Erinnerung bleiben als liebenswürdiger Mensch.

Montag, 14. Juli 2025

Man weiss ja nie

Das Täschli.
Bisher hatte ich einen kleinen Plastiksack dabei, darin wild durcheinander Pflästerli, Schmerztabletten, eine Pinzette und so weiter. Ab sofort bin ich besser gerüstet für Unfälle. Letzte Woche habe ich im "Transa" in Zürich für 40 Franken ein Notfalltäschli gekauft. Das wandert von jetzt an mit mir mit.
Der Inhalt.

Sonntag, 13. Juli 2025

Gut gelaunt und gut genährt

Dunkle Wolken: Bei der Halsegg, unten Sattel,
hinten rechts die Dreiergruppe Haggenspitzli, Chly Mythen und Gross Mythen.
Erst jetzt komme ich dazu, von meiner Wanderung am letzten Sonntag zu erzählen. Ein Temperatursturz war angekündigt. Ich fuhr frühmorgens nach Sattel SZ und wanderte von dort nach Unterägeri ZG. Auf dem höchsten Punkt meiner Route, der Halsegg, gönnte ich mir in der Wirtschaft einen Nussgipfel, Windböen rüttelten heftig an der schattenspendenden Markise, rissen Aschenbecher und Menükarten von den Tischen. Im riesigen Waldgebiet hinab Richtung Ägerisee war vom Wind nichts mehr zu merken. Auf der Brandhöchi kehrte ich in der "Brandalp" ein zweites Mal ein, meine Schweinsbratwurst vom Grill schmeckte – und nicht zum ersten Mal staunte ich, wie bäuerlich der Kanton Zug auch sein kann, den man mit Rohstoffhandel und Briefkastenfirmen assoziiert. Gleich noch ein letztes gastronomisches Freudeli: In Unterägeri blieben mir am Ende 12 Minuten bis zur Abfahrt des Busses hinab nach Zug. Ich versüsste mir die Wartezeit mit einer Erdbeerglace vom Café Brändle gleich gegenüber. War wieder fein. Gut gelaunt und gut genährt reiste ich heim; ein Gewitter gab's erst ein paar Stunden später.
4 h 15 min. 615 Hm aufwärts, 685 Hm abwärts.

Mein Nussgipfel auf der Halsegg.

Meine Schweinsbratwurst auf der Brandhöchi.

Meine Erdbeerglace in Unterägeri. Hinten das "Brändle".

Samstag, 12. Juli 2025

Bleierne Stille über dem Tal

Roastbeef zum Zmittag im ...
Bergrestaurant auf der Lauchernalp, das sich über jeden Besuch freut.
Wir wollten schauen, wie das vom Bergsturz verschüttete Blatten aus der Ferne aussieht. Wir wollten herausfinden, wie es den Menschen im Tal zumute ist. Und wir wollten einkehren und etwas Geld ausgeben, quasi im Sinn von Wirtschaftsförderung. Am 25. Juni reisten Ronja und ich ins Lötschental, stiegen von Wiler auf dem Strässchen am Rand der Bergsturz-Sperrzone auf zur Lauchernalp, wo wir assen, um dann wieder heimzureisen. Wir fühlten uns nicht als Katastrophentouristen, sondern als interessierte Landsleute. Gestern erschien im "Tagi" online ein grosser Artikel, eine Reportage aus dem Lötschental. "Trotz perfektem Wanderwetter lastet bleierne Stille über dem Tal", steht darin zu lesen. Und: "Das Tal hofft auf die Solidarität der Wanderer." Und: "Die Einheimischen sind froh, wenn die Gäste kommen." Eben. 

Freitag, 11. Juli 2025

Emmentaler im Elend

Emmentalerkäse mit Beigaben und einer Liebhaberin.
(Foto: Böhringer Friedrich / Wikicommons)
Eine Berner Käsekrise ist zu vermelden: Der Emmentaler verkauft sich zunehmend schlecht. Noch vor zehn Jahren wurden hierzulande jährlich über 19 000 Tonnen produziert, heute sind es bloss noch 12 000 Tonnen. Und jetzt hat doch tatsächlich die Emmentaler-Schaukäserei in Affoltern im Emmental – per Ende Juni – ihre Produktion eingestellt. Dass der Emmentaler stark an Beliebtheit eingebüsst hat: Liegt's an der gummiartigen Konsistenz der Version, die manche Grossverteiler anbieten? Kann sein. Wer mehr wissen will:  Die SRF-News-Plattform berichtete kürzlich, sprach mit Bauern und Experten.

Donnerstag, 10. Juli 2025

Leo gönnt sich was

Letzten Herbst "tötelete" der Ort ein wenig: Castel Gandolfo mit dem päpstlichen Palast.
Das Bett des Papstes im Palast bei meinem Besuch.
Blick von Castel Gandolfo auf den Albaner See.
Als ich vergangenen Oktober Castel Gandolfo besuchte, hatte dieses eine Autostunde von Rom entfernte Hügelstädtchen ein Problem. Papst Franziskus war nicht an dem Palast samt Umschwung interessiert, den der Vatikan dort besitzt und in dem die Päpste traditionell ihre Sommerferien verbringen. Demonstrativ bescheiden und dem mönchischen Armutsideal anhängend, fand Franziskus, er brauche diese Ausweichresidenz in Zeiten grosser Hitze nicht. Das örtliche Gewerbe war gar nicht erfreut, die Geschäfte liefen schlecht. Auch wenn man den päpstlichen Palast zum Museum umfunktionierte, um Touristinnen und Touristen anzulocken. Nun, Franziskus ist diesen Frühling verstorben, und sein Nachfolger Leo XIV. sieht die Welt und das eigene Amt anders. Er ist gewillt, sich etwas zu gönnen, sprich: Er ist vor kurzem nach Castel Gandolfo gereist mit dem Ziel, dort zwei erholsame Wochen zu verbringen – im Städtchen ist man froh.

Mittwoch, 9. Juli 2025

Durchhalten, liebe Blüemli


Alpenflora beim Jakobshorn vor einer Woche.
Gestern auf dem Jakobshorn. (Jakobshorn-Webcam, Screenshot)

O Graus. Vor einer Woche war's hoch über Davos auf dem Jakobshorn herrlich warm. Auch ein Gfrörlig wie ich konnte im Hemd wandern. Gestern hingegen lag auf dem Berg Schnee. Nun, es wird nicht lange dauern, bis der Sommer zurück ist – durchhalten, liebe Alpenblüemli, durchhalten!