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Freitag, 7. November 2014
Bodensee, dir fehlt etwas!
Gewusst, was das ist: der Konstanzer Trichter? Nun, so heisst die Bucht östlich von Konstanz und nördlich von Kreuzlingen. In dem Trichter ist die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz klar definiert. Warum ich das sage? Weil im Gros des Obersees, wie der grosse Teil des Bodensees heisst, keine Hoheitsgrenze zwischen den Ländern festgelegt ist. Es handelt sich um ein historisches Versäumnis; stattdessen gilt Gewohnheitsrecht, das meist von einer Grenze ungefähr in der Seemitte ausgeht. Andere Rechtstheoretiker postulieren, ausserhalb des Uferstreifens sei die Wasserfläche gemeinschaftlicher Herrschaftsbereich der drei Anrainerstaaten, sogenanntes Kondominium. Bodensee, was bist du originell!
Donnerstag, 6. November 2014
Das Tor zur Unterwelt
Wo diese einsame Wiese liegt mit dem übergrasten Buckelchen, wird hier nicht verraten. Ich glaube nämlich, dass die Türe in dem Buckel, die mit einem wackligen Riegel befestigt ist, direkt in die Unterwelt führt. Oder aber zu einem Goldschatz, den ich nächstens heben will, wenn ich wieder nach... hups, jetzt hätte ich mich fast verraten.
Mittwoch, 5. November 2014
Wladimir Iljitsch, grosser Wanderer
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| Lenin 1895, fotografiert von der Polizei des Zaren. (Wikicommons) |
Abends fielen wir todmüde ins Bett und schliefen sofort ein. Wir hatten wenig Geld und ernährten uns meist von Käse und Eiern. Dazu tranken wir Wein oder Quellwasser. In einem Wirtshaus trafen wir einmal einen Arbeiter, der uns den Rat gab: "Essen Sie nie mit den Touristen, sondern mit den Fuhrleuten, Chauffeuren und Tagelöhnern; das ist doppelt so billig und viel sättigender." Das taten wir denn auch... Wladimir Iljitsch machte es ein besonderes Vergnügen, im Bedientenraum zu Mittag zu essen, er ass dort mit besonderem Appetit und lobte das billige und nahrhafte Mittagessen. Danach schnallten wir wieder unsere Rucksäcke auf und wanderten weiter. Die Rucksäcke waren recht schwer.
Dienstag, 4. November 2014
Die Wandertrilogie
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| Welche Zone ist das nun? Allgäuer Haus. (Wikicommons/Lukas9950) |
PS: Ha, bald springt der Zähler meines Blogs auf 666'666. Satanisch mal zwei ist das!
Montag, 3. November 2014
Vom Gulmen und dem Kater danach
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| Bei der Vorder Höhi, der Aufstieg zum Gulmen beginnt. |
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| Passage mit Matschschnee. |
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| Der Gipfel (oben rechts) ist nicht mehr weit. |
Unsere Teamleistung des Tages vollbrachten wir später unten in Ziegelbrücke. Wir hatten nur wenig Zeit zum Umsteigen vom Bus auf den Zug, auch waren da Massen anderer Ausflügler. Doch wir schafften es in einer konzertierten Aktion, einer Kombination von agilem Manövrieren und schlauem Blockieren-Ausbremsen der Konkurrenz, uns allen am Kiosk ein Bier zu beschaffen und doch den Zug nicht zu verpassen. Zusammen sind wir stark. Und fies.
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| Nach dem Essen: der Chapf im Nachmittagslicht. Links der Mürtschenstock. |
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| Diffiziler Abstieg vom Chapf, unten der Walensee. |
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| Der Walensee sinkt in Abenddunst. Es war ein grosser Tag. |
Sonntag, 2. November 2014
Das indogermanische Hässli
Es gibt im Appenzeller Dialekt ein Wort, das bereits verblasst und vielen Leuten nicht mehr bekannt ist: "Häss" mit langem Ä. Ein Häss ist ein Kleid. Ein Kleidungsstück. Eine Jacke. Wenn einer im teuren Sportladen in Appenzell oder Urnäsch eine Outdoorjacke kaufen will, kann er sagen: "I hett gern e Regehässli." Kürzlich scrollte ich mich online durch das "Wörterbuch der Indogermanischen Sprachen" (Teil drei, Wortschatz des Germanischen) - das Indogermanische, ein von Wissenschaftlern rekonstruiertes Idiom, ist bekanntlich die Urmutter von Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, aber auch Latein, Griechisch, Armenisch, Persisch, Hindi. Und was sah ich da im Eintrag "hêta"? Mein liebes "Häss". Es geht offenbar zurück auf eine indogermanische Wurzel sked/skad und ist verwandt mit dem Sanskrit-Wort "Chadis" gleich "Decke" oder "Dach". Sanskrit ist die klassische Sprache des alten Indien.
Samstag, 1. November 2014
Gulmen, wir hinken dir zu
| Gmögig sieht der Gulmen aus. Offen und ehrlich. (Wikicommons/ Drdamage) |
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