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Donnerstag, 7. April 2016

Opfikons Turm

Opfikon, zu dem auch der Ortsteil Glattbrugg gehört, hat 17 000 Einwohnern zum Trotz in seinem Kern immer noch Dorfcharakter und wird, wenn man diesen Kern besichtigt, sofort unverwechselbar. Ich stellte das am Dienstag Abend wieder einmal fest, bevor wir zu viert im Restaurant Wunderbrunnen assen und den 96-jährigen Ernst feierten, einen Wanderfreund. Wahrzeichen des Ortes ist der Chappeleturm. Er markiert den Platz, wo im Mittelalter eine Kapelle stand. 1761 schlug der Blitz ein, die Kapelle brannte ab. Den Glockenturm baute man wieder auf;  jetzt steht er allein und souverän auf der Anhöhe über dem Glatttal und ist weitum sichtbar.

Mittwoch, 6. April 2016

Schwabenrunde bald wieder möglich

Der neue Steg in einer Visualisierung. (zvg)
Ich komme erst jetzt dazu, darüber zu schreiben: Ende März haben die Rheinfelder Ja gesagt zu einem neuen Rheinsteg für Fussgänger etwas oberhalb des Städtchens. Das Ja des badischen Rheinfelden auf der anderen Flussseite liegt bereits vor. Der Steg wird 200 Meter lang sein und 4.5 Meter breit, kostet beide Partner je gut 3,3 Millionen Franken und soll 2018 gebaut sein. Dannzumal wird es auch wieder möglich sein, die beliebte «Schwabenrunde» zu drehen, einen Rundweg von 2,6 Kilometern. Profitieren werden auch die gut 400 Deutschen, die Tag für Tag zur Arbeit auf die Schweizer Seite wechseln.

Dienstag, 5. April 2016

Psst, Schweighof!

Am Sonntag schaute ich mir einen Band über die Urner Geschichte an und sah auf einer Karte, dass einst im Mittelalter Zürichs Fraumünster-Kloster im Urnerland drei Schweighöfe besass. Schweighof? So heisst doch eine Station der Bahn vom HB Zürich auf den Üetliberg. Ich schaute das Wort nach. Man schreibt in Deutschland eher "Schwaighof", in der Schweiz eher "Schweighof". Abgeleitet ist der Ausdruck von mittelhochdeutsch sweige für Sennerei, Herde, Vieh, Viehhof. Ein Schweighof ist ein Hof in kirchlichem oder adeligem Besitz, auf dem ein Pächter Viehzucht und Milchwirtschaft betreibt. Oh. Ich stellte mir schon etwas mit viel Stille vor, vielleicht einen Hof, auf dem man nicht reden darf. Oder über den man nicht reden darf. Man fragt den Bauern, was das da hinten für ein verstecktes Anwesen ist. Und er sagt: Psst!

Montag, 4. April 2016

Luzerner Schäfchen

Sind die verwandt? Schäfchen im Bellini und das SVP-Schäfchen (unten).
Neulich ging ich mit einem Kollegen in Luzern im Ristorante Bellini an der Murbacherstrasse bahnhofsnah einen trinken. Die Schäfchen, die dort als Dekoration herumstanden, erinnerten mich schon sehr an die auf dem SVP-Plakat. Gewollt? Keine Ahnung. Vielleicht habe ich auch überreagiert und sie sind gar nicht so ähnlich. Aber bekanntlich ist des Menschen Hirn auch eine Maschine, die permanent Assoziationen herstellt.

Sonntag, 3. April 2016

Sahara im Oberaargau

Das einzige Nicht-Komfort-Stück der Route: kurz vor der Fritzenfluh.
Sieht gut aus, oder?
Schweinssteak mit Gemüse.
Das Wetter war uns im Vorfeld schöner gemalt worden, als es am Tag selber war. Wir hatten für gestern mit viel Sonne und vielleicht etwas Wolken gerechnet, tatsächlich bekamen wir sehr viele Wolken und ganz, ganz wenig Sonne. (Streng genommen waren es übrigens keine Wolken, es war Sahara-Sand, der die Atmosphäre trübte.) Hey, egal, die Landschaft von Huttwil zum Napf ist einfach grossartig mit weiten Eggen und tiefen Gräben. Und zwar bei jedem Wetter. Via Oberwald und die Hornbachegg stiegen wir von Huttwil zur Fritzenfluh auf, via Sandhohlen und Oberbühl stiegen wir wieder ab nach Huttwil, 5 1/2 Stunden dauerte das (je 640 Meter auf und ab). Anders gesagt: Wir umrundeten den Kessel von Wyssachen in einer Schlaufe, die an einen Samichlaus-Sack erinnert, im Norden eng, im Süden weit. Anderen Wanderern begegneten wir nicht, halt, doch, einmal grüssten wir nah der Fritzenfluh ein älteres Ehepaar - aber waren es Wanderer? Ein irrer Biker war da auch noch, der kamikazemässig durch den engen Waldgraben-Weg unterhalb Oberwald raste, ich hoffe, er lebt. Erfreulich fiel die Mittags-Einkehr in der Fritzenfluh aus, dem Restaurant unter der Fluh. Das Essen war sehr gut, dazu bodigten wir, hüstel, ziemlich viel Rotwein (nein, ich werde keine Mengenangabe liefern). Am Schluss in Huttwil kaufte Ronja beim Thönen dann noch Huttwilerli für alle, eine deutlich verbesserte Japonais-Variante mit grosszügig Schnaps drin. Wieder einmal darf ich über eine Wander-Unternehmung sagen: Das war toll!
Ich gab mir vor der Beiz Mühe, irre auszusehen. Das Resultat: Ich sehe irre aus.

Samstag, 2. April 2016

Wer ist dieser Fritz?

Heute wird es warm, und wir machen eine Rundwanderung ab Huttwil BE, unter anderem geht es zur Fritzenfluh. Jedes Mal, wenn ich den Namen höre, frage ich mich, warum die so heisst. Ist Friedrich Dürrenmatt gemeint, der «Fritz» genannt wurde und ein Berner war? Das kann nicht sein, denn der Flurname ist viel älter, zeigt der Blick ins «Neue Vollständige Ortslexikon der Schweiz» von 1862; dort ist er aufgeführt. Dann ist vielleicht der Alte Fritz gemeint, wie Friedrich der Zweite («der Grosse») von Preussen genannt wurde? Das ergibt auch keinen Sinn, denn wir Schweizer haben nicht die Gewohnheit, eigene Berge, Höger, Fluhen fremden Majestäten zu widmen. Bleibt wohl bloss die krude Theorie, dass es sich um einen ganz unprominenten Fritz handelt; südlich im Hornbachgraben gibt es ja auch ein Fritzenhaus. Der Fritz, der dort einst baute, lebt auf der Karte weiter - ein Gewöhnlicher ist unsterblich geworden.

Freitag, 1. April 2016

Säli-Schlössli wieder bemannt, pardon: befraut

Damals im Frühling 2014 war das Säli-Schlössli zu.
Guuuut! Als wir ziemlich genau vor zwei Jahren beim Säli-Schlössli hoch über Olten durchkamen, war dieses geschlossen - nun aber, seit dem 23. März, wird dort wieder gewirtet. Die Grenchnerin Karmen Müller hat übernommen; sie wirtete zuvor lange in der klubeigenen Wirtschaft des FC Grenchen und erhielt von der Bürgergemeinde Olten den Zuschlag. Ich freue mich, Frau Müllers offenbar währschaft-bürgerliche Küche bald einmal auszuprobieren.