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| Der Nesselrode. Nicht der Coupe, der Mann! (Bild: Wikicommons/ Franz Krüger) |
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Dienstag, 7. November 2017
Das Diplomatendessert aus Deutschland
Montag, 6. November 2017
Reisen wie Churchill
Gestern, unterwegs zu einem innerfamiliären Brunch, fotografierte ich im HB Zürich diesen Sonderzug. Die Leute, die einstiegen, taten dies ebenfalls im Zeichen des Brunchens. Die Route für ihre Frühstück-Fahrt: Zürich (ab 10.15) - Rapperswil - Pfäffikon - Thalwil - Horgen Oberdorf - Knonau - Zürich. Der Rote Doppelpfeil war an der Schweizer Landesausstellung 1939 vorgestellt worden und zog sich seinen Beinamen "Churchill" sieben Jahre später zu, als Winston Churchill in ihm durchs Land reiste. Wer auch mal in dem knallroten Ausflugsvehikel der SBB brunchen möchte: Hier geht es zu den nächsten buchbaren Terminen.
Sonntag, 5. November 2017
Fufluns? Fufluns!
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| Beim Objekt rechts handelt es sich um eine etruskische Feldflasche. |
Die Etrusker hatten lange den Ruf des mysteriösen Volkes. Woher sie kamen - darüber rätselte schon die Antike. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot etwa meinte, sie stammten aus Kleinasien, also der heutigen Türkei. Heute ist klar: Die Etrusker sind ein italisches Urvolk, amalgamiert aus diversen früheren Bevölkerungsgruppen. Die Römer, ihre Nachfolger oder auch Erben oder auch Überwinder, nannten sie "Tusci", von da stammt das Wort "Toskana", das also soviel heisst wie "Etruskerland". Im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen läuft derzeit und die nächsten Monate eine grosse Etrusker-Ausstellung. Ich besuchte sie gestern und erfuhr viel über diese Zivilisation der Landschaft zwischen Rom und Florenz, die weniger im Krieg brillierte als durch ihre stupende Fähigkeit der Metallverarbeitung (Eisenerz von Elba) und durch die Anbahnung europaweiter Handelsbeziehungen. Ein Wort, das mir bleiben wird, weil es irgendwie irreal klingt: Der etruskische Gott des Weines hiess Fufluns. Womit wir bei dem einzigen Mysterium wären, das punkto Etrusker weiterbesteht: Ihre Sprache ist nach wie vor weder befriedigend übersetzt noch einer der grossen Sprachgruppen zugeordnet.Samstag, 4. November 2017
Früher waren die Füsse kleiner
Markus Scheer, 45-jährig, ist Schuhmachermeister in Wien und leitet in siebenter Generation das Familienunternehmen; schon Franz Kafka liess sich dort Schuhe fertigen. Eben las ich Scheers Buch "Der Fuss weiss alles", eine Neuerscheinung. Es erzählt in kurzen Kapiteln von den Anfängen des Gehens, vom guten und vom schlechten Schuh, vom Wesen des Fusses und von heutigen Degenerationsbeschwerden. Drei von etlichen Dingen, die ich lernte:
- Die älteste Ahle eines Schuhmachers, die zum Vernähen der Lederteile dient, ist rund 120 000 Jahre alt.
- Bis zum 18. Jahrhundert waren bei einem Paar Schuhe beide Teile absolut identisch.
- Eine Absatzhöhe von vier Zentimetern bei Männern war noch im 19. Jahrhundert gang und gäbe. Der Mann stand so strammer. Und: Die Menschen in besagtem Jahrhundert hatten deutlich schlankere und zartere Füsse als wir Heutigen. Frauenfüsse waren im Schnitt um zwei, Herrenfüsse um drei bis vier Schuhummern kleiner als heute. Belegen lässt sich das anhand der Leisten, die im Hause Scheer aufbewahrt werden.
Freitag, 3. November 2017
Eibeler?
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| Inwil, der Ortseingang. (Bild: Dietrich Michael Weidmann/ Wikicommons) |
Schliermer
Turgemer
Ustermer...
... und so weiter und so fort. Wie kommt eigentlich das M in solche Ortsadjektive und die davon abgeleiteten Einwohnerbezeichnungen? In der neuen "Schweizer Familie", gestern erschienen, findet man die Erklärung: An manche Ortsnamen wurde die Endung -heimer gehängt, um das Adjektiv zu bilden; dabei wurde dieses -heimer gleichzeitig gekürzt zu -mer. Der erwähnte Artikel kommt von mir und besteht zur Hauptsache aus einer Liste mit lustigen Ortsadjektiven. Hier bloss ein Appetizer, wer das Ganze lesen will, soll bitte das Heft kaufen, wir Journalisten wollen ja auch leben: Jemand, der in Inwil im Kanton Luzern wohnt, ist nicht etwa ein Inwiler. Sondern ein Eibeler.
Donnerstag, 2. November 2017
Katholischer Kleidercode
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| Im Landesmuseum Zürich: ein paar der Mariengwändli. |
- Weiss: Trägt die Madonna zu Weihnachten und Ostern.
- Violett: Steht für die Fasten- und Adventszeit.
- Rot: Ist Pfingsten zugeordnet, den Märtyrerfesten und dem Todestag des heiligen Meinrad, auf den das Kloster zurückgeht.
- Grün: Verkörpert die Standardfarbe zu allen anderen Zeiten des Jahres.
Mittwoch, 1. November 2017
Ausserrhoden, eine einzige Fabrik
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| Hier wurde garantiert einst gewoben: Höckli in Stein AR. |
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