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Freitag, 19. Oktober 2018

Die gepiercte Maria


Schon krass, oder? Und wie erklärt man so etwas Kindern? Die Kapelle von Gormund an der Strasse von Luzern nach Beromünster heisst "Maria Mitleiden". Seit 500 Jahren kommen Leute hierhin in der Hoffnung, irgendein Problem, ein Gebresten, eine Krankheit loszuwerden. Den Schmerz bei Maria zu deponieren, die zeigt, wie man mit Schmerzen lebt.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Gruseln in Zürich

Kurios. Das Zürcher Grossmünster gehört dem Kanton Zürich, der Kreuzgang des Grossmünsters aber der Stadt Zürich. Kürzlich war ich wieder einmal im Kreuzgang, das war schön, in der Kirche selber ballten sich die Touristenscharen, gleich nebenan hatte ich meine Ruhe. Besonders hübsch fand ich all die Fratzen und Gruselszenen aus Sandstein an den Säulen und Bögen.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Da drin hats für jeden etwas

Selbstbildnis in der Alhambra. Der Alhambra von Luzern.
Hausmodelle der Schweiz.
Heuer war ich zwei Mal in Luzern unterwegs. Das erste Mal besichtigte ich das Löwendenkmal, das Alpineum und das Bourbaki-Panorama. Inzwischen bin ich ein zweites Mal hingefahren. Ich ging in den Gletschergarten, den ich noch nicht kannte. Mir gefiel das sehr: mitten in der Stadt die Gletschertöpfe als Relikte der Eiszeit. Auch das alte Wohnhaus der Familie Amrein von 1874 auf dem Areal mochte ich mit allem, was in ihm von Mineralien über Schweizer Hausmodelle bis topografische Reliefs ausgestellt ist. Im Alhambra-Spiegelkabinett war ich auch und nahm dann den Findlingsweg, der zur höchsten Stelle der Anlage führt, wo ein Aussichtsturm den Blick über die Stadt erlaubt. Der Gletschergarten: ein witziges Sammelsurium. Da drin hats für jeden etwas.
Blick in einen Gletschertopf.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Fluss überquert Fluss

Das Sitterstollenrohr über die Urnäsch zwischen Stein und Herisau.
Irgendwie ein bisschen verrückt. Die Urnäsch, ein Appenzeller Fluss, wird von der Sitter, einem anderen Appenzeller Fluss, gekreuzt. Die Sitter tut das nicht freiwillig, ein Teil ihres Wassers ist in einem langen Stollen gefasst, der einen Kilometer westlich von Stein bei Wilen steil zur Urnäsch abfällt und diese überquert, um am anderen Ufer ebenso steil wiederaufzusteigen. Die Leitung führt danach zum Gübsensee, einem St. Galler Stausee, der keine Zuflüsse hat; er wiederum hat die Aufgabe, Wasser ins nahe Kraftwerk Kubel einzuspeisen. Zurück zu jenem Ort, an dem die entführte Teil-Sitter in ihrem Rohr über die Urnäsch setzt: Technisch gesehen handelt es sich um einen Siphon. Gemäss dem Prinzip der kommunizierenden Röhren muss das Wasser auf beiden Seiten des Hanges gleich hoch stehen, so kommt es, dass im Westen steigt, was zuvor im Osten fällt.

Schild in der Wilen, Stein.
Am Wochenende nahm ich den Weg, der bei Wilen dem Rohr mit der gefassten Sitter hinab zur Urnäsch führt und am andereren Ufer wieder hinauf. Ein Gutteil besteht beidseits aus sehr steilen Metalltreppen, ein Schild warnt, dass man auf eigene Gefahr geht, ein Wanderweg ist das nicht. Und man muss bei Wilen überhaupt den Einstieg am Waldrand des Tobels finden. Immerhin ist der Weg hinab zum "Sipho" (mit kurzem O), wie die Einheimischen sagen, auf der Karte von Schweizmobil eingezeichnet. Ich genoss das Abenteuerli, das letzte Mal war ich an diesem Ort vor gut 45 Jahren mit dem Vater, der ganz in der Nähe aufgewachsen war und bisweilen mit uns wandern ging. Hier die ganze Route, die ich machte: Niederteufen - Wonnenstein - Gmünden - Sitter, Badeplatz Strom - Stein, Rose - Haltenweid - Wilen - Siphon - Burg - Sturzenegg - Gübsensee, Bahn.
Die Treppe neben dem Rohr ist steil.

Montag, 15. Oktober 2018

Kindheitswanderung

Der Säntis im morgendlichen Herbstlicht.
Badeplatz "Strom" an der Sitter.
Die erste Alpsteinkette samt Säntis und Hohem Kasten vor Augen, wanderte ich am Wochenende im Herbstlicht. Zart der dunstige Himmel, wild die Route mit steilen Tobeltreppen und gar einer Leiter; abseits der Dörfer begegnete ich nur zwei Menschen.  Der eine war ein Bauer, der grad einen Hag steckte. Und die andere Person, das war die Frau meines Onkels. Sehr verwunderlich war das nicht, denn meine Wanderung führte durch den Teil von Ausserrhoden, wo ich aufgewachsen bin und meine Familie haust - Appenzeller Hinterland, mehrheitlich, das ich durchstreifte. In Niederteufen startete ich, am Gübsensee, knapp schon im St. Gallischen, war Schluss, dazwischen querte ich die Tobel der Sitter, der Urnäsch und des Stösselbaches. Zum mittleren Tobel, dem der Urnäsch, will ich morgen noch etwas mehr erzählen und dabei gleich die ganze Route genauer definieren: Ich nahm nämlich einen abenteuerlichen Nichtwanderweg, auch er Teil meiner Erinnerungen. Also, bis morgen.
Ein perfektes Ferienhüsli in Stein.
Huch! Treppe aus dem Sittertobel hinauf nach Stein.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Endlich!

Endlich! Kürzlich jammerte ich hier, dass seit gefühlten Ewigkeiten auf der Strecke St. Gallen - Teufen statt der Appenzeller Bahn ein blöder Ersatzbus verkehrt - nervig! Nun, seit einer Woche ist das vorbei, die Schienen sind wieder verlegt und der neue Ruckhaldetunnel zwischen St. Gallen und dem Riethüsli eingeweiht. Gestern morgen fotografierte ich am Bahnhof St. Gallen die Bahn, die nun wieder fährt, das Ding links daneben, das ist die Trogenerbahn. Bald werden die zwei sich vereinigen, denn im Dezember steht der zweite Modernisierungsschritt an, dann entsteht eine Durchmesserlinie. Nachdem ich fotografiert hatte, fuhr ich gestern Richtung Teufen - in einer total neuen Komposition, übrigens, deren Polster noch nach Fabrik rochen. Das Fahrgefühl ist völlig anders, früher ruckelte, zuckelte, schnaufte das Bähnli zahnradmässig ins Riethüsli hinauf. Im neuen Tunnel wird die Strecke schneller und unspektakulärer zurückgelegt. Unromantischer auch. Effizient halt. Aber hey, ein bisschen schneller ins Appenzellerland kommen ist immer gut. A propos: Könnte man bitte gelegentlich die Strecke Gossau - Herisau - Waldstatt - Urnäsch - Appenzell - Wasserauen beschleunigen? Schweizerdeutsch gesagt, bekommt man ja Vögel, bis man endlich am Alpstein ankommt und loslaufen kann. Mir würde eine Art Metro vorschweben. Appenzeller Bahnen, bitte planen!

Samstag, 13. Oktober 2018

Zwei Brüder namens Lü und Gü

Jö, Lü!
(Foto: Adrian Michael/ Wikicommons)
Lü ist ein Dorf im Val Müstair, Kanton Graubünden. Und Gü ist ein Flurname, den es laut der Datenbank der Schweizer Ortsnamen in der Schweiz gleich mehrfach gibt, zum Beispiel in Küsnacht im Kanton Zürich. Lü und Gü zusammen - das klingt wie ein chinesisches Brüderpaar. Und jetzt wünsche ich allen ein schönes Wochenende, das Wetter ist ja wieder einmal sehr gut. A propos: Gibt es neben mir noch andere Leute, die finden, es dürfte jetzt dann mal zwei, drei Wochen am Stück regnen?