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Dienstag, 14. November 2023
Werbung, die aufregt
Im Bahnhof Wiedikon, Zürich, hats zwei grossflächige Wandgemälde. Als in den 1920er-Jahren der bestehende Bahnhof zum Reiterbahnhof umgebaut wurde mit einem brückenartig über den Geleisen sitzenden Hauptgebäude, kreierte der Plakatkünstler Otto Baumberger die modernistischen Sujets – Werbung für "Jelmoli". Sind die eleganten Kundinnen auf Einkauf Teil eines kolonialistischen Ausbeutungsprozesses im Textilsektor? Und sind die exotischen Anbieter von Waren rassistische Karikaturen? Gehören Baumgartners Werke entsorgt? Die Diskussion läuft seit einiger Zeit. Sicher lohnt es sich, in der Bahnhofshalle gelegentlich innezuhalten und sich eine Meinung zu bilden. Ich selber finde, die Szenen sollen unbedingt bleiben. Genau darum, weil sie zum Nachdenken anregen, über unsere Vergangenheit, über unsere Welt und fremde Welten. Geschichte immer neu reflektieren ist gut. Sie ausradieren nicht. Und: Ein kühler Kopf ist allemal besser als ein moralisch erhitztes Gemüt.
Montag, 13. November 2023
The Säuliamt Adventure, Part 2
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| Schöner Landstrich: das Säuliamt, Kanton Zürich. |
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| Star der Wanderung: das alte Kloster von Kappel. |
Sonntag, 12. November 2023
Speisen wie die Mönche
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| Stilvolles Esslokal: der Keller des Klosters von Kappel am Albis. |
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| In der Klosterkirche. |
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| Also wenn das nicht der Globi ist. |
Immer wieder schön, aus der Ferne das Kloster von Kappel am Albis zu erblicken, die graue Fassade, den schlanken Kirchturm. Anzukommen, über das Gelände zu spazieren, eine Runde im Kreuzgang zu drehen, die Kirche zu besuchen – sie ist wunderbare Gotik. In einer Seitenkapelle der Kirche ist zudem jene berühmte Wand mit den aufgemalten kleinen Globis oder auch "Globis" zu sehen, die einst das Wappen der Gessler von Brunegg zierten. Der Ort soll in unserer Neuzeit den Globi-Zeichner Robert Lips aus dem Nachbardorf Hausen inspiriert haben, was dieser allerdings von sich wies. Zurück zur Hauptsache. Zu diesem feinen Zürcher Kloster, das längst kein Kloster mehr ist; schon 1526 legten die Mönche ihre Kutten ab und feierten das Abendmahl auf die reformierte Art. Heutzutage ist hier ein reformiertes Tagungs- und Bildungszentrum eingerichtet. Zum Betrieb gehört neben dem Café ein Restaurant. Auch Externe können dort essen. Also zum Beispiel ich und mein Wandergrüppli. Wir waren gestern angetan, als wir im Klosterkeller den Zmittag nahmen. Das Ambiente erinnerte uns an "Der Name der Rose". Bloss die Mönche fehlten.
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| Die Klosterkirche von aussen. |
Samstag, 11. November 2023
Appenzellerbahnersatzbus
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| Trübe Suppe. So sahs gestern Nachmittag auf dem Säntis aus, zeigt mein Screenshot von der Webcam. |
Ich habe das mit dem Streckenunterbruch erst gestern vernommen. Seit dem 23. Oktober und bis und mit 1. Dezember verkehrt die Appenzellerbahn ab Gossau nur bis Waldstatt, dort muss man Richtung Urnäsch, Gonten, Appenzell, Wasserauen auf den Ersatzbus umsteigen. Auf der Strecke wird so einiges an den Bahnbauten ersetzt und erneuert, auch werden der Bahnhof Urnäsch sowie die Haltestellen Zürchersmühle und Gontenbad modernisiert. Nun, der Wanderer trägt den Bahn-Ausfall mit Fassung, die Saison der grossen Touren im Alpstein, zu denen man oft auf dieser Linie anreist, ist ja doch vorbei – bereits liegt auf dem Säntis Schnee.
Freitag, 10. November 2023
Das Gran-Becca-Spektakel
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| Diesen August auf dem Klein Matterhorn. |
Am Wochenende ist Saisonauftakt im Skisport. Zwei Abfahrten der Männer machen den Anfang, die Frauen sind eine Woche später dran. Gestartet wird in der Nähe des Klein Matterhorn beim Gipfel Gobba di Rollin auf 3720 Metern, das Ziel ist bei den Laghi Cime Bianche auf 2840 Metern eingerichtet. Das Rennen spielt sich also in grosser Höhe ab, in der Gletscherwelt, was für viel Kritik sorgte, da dort im Vorfeld gebaut werden musste. Ich werde vielleicht kurz reinschauen. Skirennen interessieren mich nicht wirklich. Dafür in diesem Fall die Landschaft, mit der noch frische Erinnerungen verbunden sind. Im Sommer gondelten wir in einem Tagesausflug von Zermatt via Klein Matterhorn nach Breuil-Cervinia im Aostatal und retour, waren also in unmittelbarer Nähe der neuen Skipiste unterwegs. Die Hochgebirgs-Bahnlinie mit mehreren Sektionen spielt als Zubringer für die über Schweizer und italienisches Terrain führende Rennstrecke eine wichtige Rolle. Beim Anlegen der Piste achtete man darauf, dass die Kameras von gewissen Standorten aus das Matterhorn im Hintergrund schön einfangen können, da verbinden sich Sport und touristisches Marketing. "Gran Becca" heisst die neue Strecke, so wird im Patois des Aostatals das Matterhorn genannt.
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| Die neue Weltcupstrecke "Gran Becca". |
Donnerstag, 9. November 2023
Also dieses Mistkratzerli ...
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| Für ein solches Mistkratzerli nehme ich die halbstündige Zugfahrt ab Zürich gern auf mich. |
Wandern und gut essen sind für mich eng verwandt, und so geht es in diesem Blog immer wieder mal um ein Restaurant. Diesmal um den "Bären" in Mägenwil AG, der nach einem Besitzerwechsel seit kurzem "GüggeliBären" heisst – womit klar sein dürfte, welches das Paradegericht ist. Am Dienstag war ich dort mit zwei Gspänli, die ebenso verfressen sind wie ich. Sie hatten die Rehkeule, ich das Mistkratzerli, und alle drei waren wir vollauf zufrieden. Nein, mehr als das. Falls jemand einen Ort für ein stilvolles Weihnachtsessen sucht: Ich empfehle dieses Lokal, wo es das allerbeste Mistkratzerli im Land gibt. Halt, nein, das ist natürlich Blödsinn, Superlative sind in Gastrokritiken fehl am Platz. Aber jedenfalls war mein Poulet hervorragend, mit Geduld gegart, krosse Kruste, zartestes Fleischli, wunderbare Butter (Chilibutter in meinem Fall). Apropos Weihnachtsessen: Vor drei Jahren, in der Corona-Zeit, nahmen wir dieses im "Bären" Mägenwil ein. Gute Erinnerungen, auch deswegen gehe ich ab und zu wieder hin.
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| Der "GüggeliBären" in Mägenwil. |
Mittwoch, 8. November 2023
Eine tolle Erfindung
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| Föhniger Vormittag im Säuliamt. |
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| Gut gesicherter Treppenweg hinab zum Türlersee. |
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| Immer ein schönes Wanderziel: der Türlersee. |
Was wären wir Wanderer und Wanderinnen ohne den Föhn! Immer wieder Mal hält er das schlechte Wetter fern, klärt zudem die Luft und rückt Entferntes in die Nähe. Letzten Samstag wars wieder einmal so. Regen war angesagt. Doch als wir um halb neun am Bahnhof Bonstetten-Wettswil starteten, schien die Sonne, die sanfte Landschaft des Säuliamtes war sozusagen erleuchtet. Via Tannboden, Lärchen, Bislikerhau, Cholholz, Müliberg, Buechholz, Im Stümel, Bolet, Uerenberg, Seerüti erreichten wir den Türlersee und folgten dem Ufer bis Türlen. Dort gabs nach dreieinhalb Stunden Zmittag im Restaurant Erpel, das Essen war sehr fein. Den ganzen Vormittag hatte der Föhn über uns gewacht, war allerdings bei aller Abwehrarbeit gegen die aus Westen herandräuende Front schwächer geworden, um schliesslich, während wir im Restaurant sassen, zusammenzubrechen. Als wir gegen halb zwei wieder ins Freie traten, tröpfelte es, alles war nun grau und wurde nass. Uns wars gleich. Im Bus heimwärts waren wir uns einig, dass der Föhn halt schon eine tolle Erfindung ist.
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| Mein Zmittag im Restaurant Erpel: Tagliatelle mit frischen Pilzen. |
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