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Sonntag, 7. April 2024

Happy End mit Vitello tonnato

25 Stunden Wanderdauer, 94 Kilometer Distanz, 2465 Meter im Aufstieg und 1980 Meter im Abstieg: dies die Fakten zum Schwabenweg, wie der Abschnitt Konstanz-Einsiedeln des Schweizer Jakobsweges heisst. Supermegabeeindruckend sind die Zahlen nicht, aber wir waren doch stolz und zufrieden, als wir gestern von Gibswil her kommend in Rapperswil einliefen und somit die noch fehlende Lücke geschlossen hatten, Etappe fünf unserer insgesamt sechs Schwabenweg-Etappen. Wir machten keinen Leistungssport, hatten jede Menge Spass, so mein Fazit; kommenden Samstag gehts weiter, das nächste grosse Ziel ist der Brünigpass. Hier nun drei Fotos, eines vom Anfang der gestrigen Wanderung, eines von der Mitte und eines vom Schluss – mehr folgt morgen. Allen einen schönen Sonntag, möge das Wetter uns so verwöhnen wie gestern und möge sich der Saharastaub fernhalten.

Kurz nach dem Start in Gibswil trafen wir beim Hof Ried diesen lustigen Hund.
Er liess sich das Güggeli aus Plastik gern entwinden und apportierte es dann brav.
Die Nr. 4 bezeichnet im nationalen Wanderwegnetz den Jakobsweg. Wer die Muschel darunter,
angebracht hat, eine (echte) Jakobsmuschel als Zeichen der Jakobspilger, weiss ich nicht.

Happy End in Rapperswil im Restaurant mit dem passenden Namen Jakob.
Mein Vitello tonnato war sehr gut und passte zur Sommerwärme.

Samstag, 6. April 2024

Sommerpilgern

Hier kommen wir heute vorbei: der Fischmarktplatz in Rapperswil.
(Foto: Roland zh / Wikicommons)
25 Grad sind verheissen. Heute gibts Sommerwetter, unsereins will auf dem Jakobsweg von Gibswil nach Rapperswil wandern, was gut viereinhalb Stunden dauern dürfte. Mit der Ankunft in Rapperswil sind dann alle sechs Teilstücke der Route Konstanz–Einsiedeln bewältigt, also der ganze Schwabenweg absolviert. Eine gute Sache. Noch besser fühlt es sich an, dass wir Einsiedeln–Genf vor uns haben, dass die Pilgerei weitergehen wird. Nun noch dies: Ich tagge meine Blogeinträge zum Schweizer Jakobsweg fortlaufend, was heisst, dass man sie alle niedlich aufgereiht finden und lesen kann. Und zwar hier.

Freitag, 5. April 2024

Süsser Transport

"Lindt & Sprüngli" in Kilchberg. (Foto: Roland zh / Wikicommons)
In Kilchberg am linken Zürichsee-Ufer könnte bald ein Schoggischiff anlegen, las ich gestern in der Zeitung. Huch, dachte ich, jetzt bauen sie schon Schiffe aus Schoggi. Doch natürlich ist alles ganz anders. Besagtes Schiff würde von Zürich aus das Schokoladenmuseum von Lindt & Sprüngli ansteuern, darum der Name. Die Busse, die das Museum derzeit zur Hauptsache erschliessen, sind oft überladen, was insbesondere die Leute aufregt, die in der Gegend wohnen. Ein Schoggischiff wäre die Lösung. Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, die Kilchberg bereits jetzt bedient, drängt sich als Betreiberin auf, will aber nicht, Kapazitätsprobleme. Hingegen ist der grösste auf dem See aktive Anbieter, die
Hensa AG
in Rapperswil, interessiert und kann sich gar vorstellen, ein zusätzliches Schiff zu bauen. Falls das Projekt sich konkretisiert, müsste der Kanton die Konzession für den neuen Kurs genehmigen. Der Regierungsrat hat sich zurückhaltend, doch positiv geäussert. Wer weiss, vielleicht kommt das Schoggischiff, das gar nicht aus Schoggi ist.

Donnerstag, 4. April 2024

Children Of The Revolution

Unvergessen: Marc-Bolan-Gedenkbüste
in Barnes bei London am Ort, wo er im Auto
verunfallte. (Foto: Britimax/Wikipedia)

T. Rex, die ersten drei Jahre unterwegs als "Tyrannosaurus Rex" - das war eine englische Siebzigerjahreband, die mit ihrem exaltierten Rock weltberühmt wurde. Marc Bolan war ihr Star und ihr Mittelpunkt. Als ich in der Pubertät war, war mir die Band eher zu wild, ich begann ihre Musik erst in den frühen Achtzigerjahren zu mögen. Da war Marc Bolan schon nicht mehr vorhanden, er war 1977 bei einem Autounfall nah London umgekommen. Sehr sinister der Tod von Band-Mitgründer Steve Took. Er erstickte, ebenfalls noch jung, 1980 an einer Cocktailkirsche.

PS: Auf T. Rex bin ich natürlich wegen meines Besuches bei T-Rex im Aathaler Sauriermuseum am Gründonnerstag gekommen. Wer nicht (mehr) weiss, wie T. Rex klangen: Hier gehts zu einem ihrer erfolreichsten Songs, "Children Of The Revolution".

Mittwoch, 3. April 2024

Starke Marke

Der war wirklich riesig: Brontosaurus.
(Tom Parker / Wikicommons)
Gewusst, dass die heutigen Vögel Nachfahren der Dinosaurier sind? Ich muss mir das immer wieder mal in Erinnerung rufen, wenn ich zum Beispiel eine Amsel oder ein Huhn sehe – Vorsicht, Widmer, geh nicht zu nahe ran! Gern komme ich hier noch einmal zurück auf den Besuch bei T-Rex (11,6 Meter lang, 3,9 Meter hoch) im Sauriermuseum Aathal am Gründonnerstag. Ich muss etwas anfügen: Als ich nach dem Besuch wieder zuhause war, las ich über T-Rex nach. Und war ein klein wenig enttäuscht. Ich hatte gedacht, das sei der grösste aller Dinos, die es je gab. Aber nein. Da waren ja einst auch Brachiosaurus und Brontosaurus, die beide gut 26 Meter lang wurden. Und Supersaurus war doppelt so hoch wie T-Rex. Und und und. Warum also ist T-Rex so berühmt und fasziniert alle? Ich glaube, es liegt am Namen. "Tyrannosaurus Rex" klingt einfach unnachahmlich furchterregend. T-Rex ist eine starke Marke.

Dienstag, 2. April 2024

Die Rebellensäule

Beim "Galgenchappeli" steht heute diese Schutzhütte.
Der Säulenrest im Inneren.

"Galgenchappeli" heisst ein Punkt am Wanderweg drei Kilometer nördlich von Einsiedeln. Ich hatte beim Kartenstudium aufgrund des Namens angenommen, dass dort ein Chappeli, eine kleine Kapelle, zu sehen ist. Und auch ein Galgen? Das Einzige, was wir am Ostersamstag vor Ort erblickten, war eine Schutzhütte samt einem Säulenrest im Inneren sowie einer Infotafel. Die erklärt, dass das Kapellchen 1844 abgebrochen wurde. Die zugehörige Gerichtsstätte mit dem Galgen war schon 1799 abgeschafft worden, als die Franzosen unter Napoleon kamen und eine neue Zeit einführten; damals wurden alle Galgen im Land beseitigt als Ausdruck einer überkommenen Ordnung. Bleibt die Säule zu erklären. Eventuell, so die Tafel, handelt es sich um einen Teil der "Schandsäule von Trachslau". Sie stand einst drei Kilometer südlich von Einsiedeln und hat mit dem "Einsiedler Handel" zu tun: Im späten Ancien Régime erhoben sich Einheimische gegen den Einsiedler Abt und die Schwyzer Obrigkeit. Drei Rädelsführer wurden 1766 hingerichtet, in Trachslau wurde besagte Säule aufgestellt mit der Inschrift: "Allhier ist der Ort, allwo von einigen treulosen einsidlischen Unterthanen ab der Trachslau gegen Ihren hohen Stand Schweitz eine rebellische tat verübet worden …". Die Köpfe der Hingerichteten wurden beim Galgenchappeli zur Abschreckung ausgestellt. Hm. Da wandert man durch eine Landschaft, die man malerisch findet – und dann das!

Montag, 1. April 2024

Wir gingen auf dem Wasser

Auf dem Holzsteg über den Zürichsee, Blick zurück nach Rapperswil.
Uff, gleich sind wir oben: Kapelle und Gasthaus auf dem Etzelpass.
Wer pilgert, darf auch essen. Oder?
War eine tolle Strecke, die wir da am Samstag begingen. Die Abwechslung machte es aus. Fünf Stunden reine Gehzeit brauchten wir für den Jakobsweg von Rapperswil nach Einsiedeln bei 755 Metern aufwärts und 280 abwärts und kamen durch ganz verschiedene Landschaften. Zuerst war da der Zürichsee, den wir auf dem Holzsteg überquerten, dieser bereitet immer wieder Freude, man ist weg von Strasse und Schiene, ist nah am Ried und dessen Vogelwelt, geht praktisch auf dem Wasser, sieht die Berge des Glarnerlandes und Zürcher Oberlandes. Wir atmeten Weite. Es folgte der steile Hang zum Etzelpass hinauf mit Wald und Weiden, mit Treppenstufen und Gott sei Dank auch flacheren Intermezzi. Dann die Passhöhe und gleich ein neues Szenario: Wir gerieten nun in hügeliges Land, klassisches Bauernterrain. Unten an der Sihl faszinierte uns die Brücke über den Fluss, ein historisches Steinmodell. Schliesslich erblickten wir in der Ferne die Türme des Klosters Einsiedeln, hatten zur Linken den Sihlsee, sahen am Horizont die Mythen aufragen; moorig war nun der Boden. Lange dauerte es noch bis zur Ankunft beim Kloster. Bis zur Audienz bei der Schwarzen Madonna. Bis zum wohlverdienten Bier. Natürlich tranken wir ein örtliches der Brauerei Rosengarten. Dies in geraffter Form unsere Oster-Unternehmung, freilich wäre der Bericht nicht vollständig, würde ich nicht den Zmittag auf dem Etzelpass im Gasthaus St. Meinrad erwähnen. Mein Saiblingsfilet an Bärlauchrisotto mit frischen gebratenen Morcheln und Babykarotten schmeckte. Dazu gabs einen Roten aus der Klosterkellerei. So macht Jakobspilgern Spass – nein, Askese ist nicht unser Ding.
Die Steinbrücke über die Sihl trägt den Namen "Teufelsbrücke".
Einsiedeln, Klosterplatz, es ist vollbracht. Wursthunger hatten wir nicht.