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Freitag, 31. August 2012

Himbeerenärger


Schöne Himbeeren.
Marinello! Mittwoch abend kaufte ich in Ihrer Filiale im Bahnhof Stadelhofen in Zürich ein Schälchen Himbeeren. Sie kosteten über acht  Franken. Grundsätzlich kann man mir nun Blödheit vorwerfen; erstens ist der Preis absurd, und zweitens sollte man keine aus Holland importierten Beeren kaufen. Aber hey, ich hatte Beerenlust, der Coop bei mir zuhause hatte um diese Zeit schon zu, ein anderer Laden lag nicht an meinem Heimweg. Und dann kam ich nach Hause, duschte und wollte mir mein Müesli anrichten - doch die Himbeeren waren unten alle grässlich verschimmelt. Das, Marinello, sei Ihnen ebenso mitgeteilt wie, dass ich bei Ihnen nicht mehr kaufen werde. Ihr verärgerter Ex-Kunde Wanderwidmer mit unfreundlichem Gruss.

Donnerstag, 30. August 2012

Mein Besuch bei Gotthelf

Gestern in der Kirche Lützelflüh: die Führerin vom neuen Gotthelf-Zentrum
vor der Originalkanzel, von der aus Gotthelf predigte. In der Hand hält sie
die Sanduhr, mit der der Pfarrer die Länge seiner Predigt messen konnte.
Gestern wanderte ich mit den Old Boys; was das für ein Club ist, darüber vielleicht ein andermal mehr. Wir zogen von Lützelflüh nach Schafhausen, hinauf zur Wägesse, hinüber zur Mänziwilegg und hinab nach Wikartswil. Die Route wäre schön, wenn nicht der viele Hartbelag wäre; auch über diese Grundsatzmisere des Schweizer Wanderwegwesens vielleicht ein andermal mehr. Toll war der Beginn, der Besuch im Jeremias-Gotthelf-Zentrum zu Lützelflüh, das so neu ist, dass alles noch nach frischer Farbe riecht. Man besucht mit Vorteil zuerst die Kirche, in der Gotthelf als Pfarrer amtete, ein Bijou von Gotteshaus, spätgotisch, 1505 erbaut. Gleich daneben findet man das 150 Jahre jüngere Pfarrhaus, in dem Gotthelf mit der Familie hauste - und in dem nun das neue Zentrum eingerichtet worden ist. Dem Fazit der NZZ, die gestern berichtete, kann ich mich nur anschliessen: Das Museum zeigt den Autor nicht als besinnliche Retrofigur und Spiegler des Emmentaler Agraruniversums, sondern als wachen Zeitgenossen, der dichterisch erfasste, wie die Industrialisierung auf die Bauernwelt traf und alles sich wandelte. Vorbildlich, wie das gemacht wird in den verschiedenen Räumen, die nichts Dumpfes haben, sondern hell sind und nüchtern und... sorry, hier breche ich ab, sonst wirds zu lang; man gehe hin und schaue, es lohnt sich.

Mittwoch, 29. August 2012

Chapeau, Frau Fischer

Als es kürzlich so heiss war und wir durch den Alpstein wanderten, trug ich ein Allerwelts-Cap. Und Margrit trug einen schönen Strohhut. Das bringt mich zu Sandra Fischer - ich stiess kürzlich auf ihre Homepage. In Dintikon AG fertigt die gelernte Hutmacherin Strohhüte. Diese sind nicht billig, das abgebildete Modell Basel etwa kostet 145 Franken. Aber hey, da steckt Handarbeit drin. Und Liebe. Wers nicht glaubt, schaue sich auf der Homepage den Clip an, der Sandra Fischer bei der Arbeit zeigt - Chapeau!

Dienstag, 28. August 2012

Offiziersabsturz

Zwischen Jona SG und Rüti ZH kamen wir am Samstag im "Usser Wald" an einem Gedenkstein vorbei. Er erinnert an Oberst-Korpskommandant Adolf Hanslin, der am 11. Februar 1971 "Im Dienste der Eidgenossenschaft" verstarb. Mehr erfährt man vor Ort nicht - aber natürlich im Internet. Hanslins Helikopter, Typ Alouette, stürzte im Hörnligebiet ab. Der Pilot überlebte vorerst, starb aber später. Hanslin war tot. Und Mitpassagier Ernst Mühlemann kam mit schweren Verletzungen davon: alle Rippen waren gebrochen, Herzvorderwand und Lunge ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. "Gott schenkte mir damals ein zweites Leben", sagte Mühlemann im Rückblick; er genas, avancierte zum Direktor des Ausbildungszentrums Wolfsberg der Schweizerischen Bankgesellschaft sowie zum FDP-Nationalrat, den man aufgrund seiner vielen Auslandreisen und -kontakte "Schweizer Schattenaussenminister" nannte. 2009 starb Mühlemann im heimischen Ermatingen; 38 Jahre nach dem Helikopterunfall.

Montag, 27. August 2012

Cabertis, I'm your fan

Seerosenblüte im Itziker Riet zwischen Bubikon und Grüningen.
Ein paar Dinge zur Wanderung am Samstag von Jona über Rüti, Bubikon, Grüningen, Mönchaltorf zur Emmat.
  1. Auf allen Kanälen war im Vorfeld die Rede von Regen gewesen. Es regnete aber nicht. Im Gegenteil war es drückend heiss. In meinen Regenhosen schwitzte ich ordentlich.
  2. Im Ritterhaus Bubikon tranken wir Kaffee und überlegten uns, wie das damals ausgesehen haben mag, wenn ein Johanniter vom Kreuzzug zurückkam und in voller Rüstung auf seinem Ross um die Ecke bog. Und was der wohl als erstes trank? Wasser? Rotwein? Bier?
  3. In Grüningen machte uns der Bären sehr zufrieden. Die Wirtschaft ist hablich, schreckt aber nicht ab, man wird nett behandelt auch in Wanderschuhen. Wir assen ein extrem feines Cordonbleu vom Kalb. Die Offenbarung war der Rotwein dazu, gekeltert aus der Cabertis, einer neu gezüchteten, Cabernet-nahen Traube. Sie roch für mich, und ich meine das wirklich positiv, nach Drogerie. Nach Heilkräutern. Ich schleppte dann zwei Flaschen heim.
  4. Im Weiler Rotblatt kehrten wir im gleichnamigen Besenbeizli ein. Die Wirtin, eine Holländerin, stieg kurz aus der Hängematte, servierte unsere Getränke, erzählte, sie gehe demnächst in die Ferien, Kanal-Bootfahren in Holland, und stieg dann wieder in die Hängematte.
  5. Um 16 Uhr 33 sollte bei der Emmat die Forchbahn kommen. Um 16 Uhr 28 senkte sich die Schranke. Es fuhr ein historisches Zugskompositiönli von 1912 heran. Die Forchbahn hat halt Jubiläum. Für uns war die unerwartete Fahrt in dem Holzding ein wunderbarer Abschluss.
  6. Die Fahrt im Zug von 1912 kam als Überraschung.

Sonntag, 26. August 2012

Die Hölzige

Heute Familien-Treffen im Blockhaus Mogelsberg zehn Gehminuten oberhalb des Dorfes. Die Genossenschaft Holz Mogelsberg hat das Haus gebaut, um... nun ja, um den Leuten das Holz, den Wald, die Forstberufe näherzubringen. Für diese Leute hat man in der Gegend ein schönes Wort. Säger, Zimmerleute, Holzer, Förster, Schreiner sind: "die Hölzige".

Samstag, 25. August 2012

Ente, Rind oder Fisch?

Soll ich das Confît de Canard nehmen? Rindsfilet Café de Paris? Oder doch die Bouillabaisse? Wir gehen heute wandern, und ich finde, wir gehören dafür belohnt - eine Regen-Entschädigung steht uns doch wohl zu. Im Auge habe ich fürs Mittagessen den Bären in Grüningen ZH; die Speisekarte gefällt mir ausnehmend gut.