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Dienstag, 2. Juli 2013

Das Appenzell? Das Graubünden? Das Uri?

Mein Grüppchen beim Wandern im Appenzellerland.
Heute gibts von mir in der Zeitung unter dem Titel "Perestroika bei den Appenzellern" das Porträt der beiden Kantone AR und AI. Was mich in diesem Zusammenhang ärgert: Immer wieder höre ich im Radio "das Appenzell". Reeto von Gunten als SRF3-Sonntagmorgen-Moderator sagte auch schon "das Graubünden". Gibt es beides nicht, wie es auch "das Uri" nicht gibt. Im Fall meiner Heimat redet man vom Appenzellerland, vom Appenzellischen, von den beiden Appenzell. Oder auch von Appenzell als dem Hauptort der Innerrhoder. In besagtem Artikel (falls er online erscheint, verlinke ich ihn dann) versuche ich zu analysieren, wo beide Kantone im Moment stehen und wie sie zueinander stehen. Auch ein Psychogramm wird formuliert:
"Die Innerrhoder sind die barocken Appenzeller. Sie ruhen selbstsicher im patriarchalen Erbe und genügen sich selbst. Die Ausserrhoder sind die nüchternen Appenzeller. Sie sind stärker in Bewegung geraten. Die Textilblüte von einst ist längst dahin, die Moderne schüttelt sie. Ihre Industrie diversifizierte, schwingt sich immer wieder mal auf, darbt dann wieder, stets abhängig vom globalen Markt. Ausserrhoden braucht die Welt mehr als Innerrhoden."

Montag, 1. Juli 2013

Das Aargauer Berghaus


Mein armer Schirm im Hochland zwischen Ruedertal und Wynental.
Im Restaurant Homberg assen wir gut.
Die Wanderung am Samstag war besonders schön. Ich wusste gar nicht, wie viel einsam-bäuerliches Hochland der Kanton Aargau hat. Verregnet war die Wanderung auch, und der starke Wind ruinierte mir den billigen Schirm, den ich mir am Bahnhofskiosk in Zürich-Stadelhofen erstanden hatte. Wir waren lange unterwegs, siebeneinhalb Stunden Gehzeit; vorzüglich mundete uns das Mittagessen im Restaurant Homberg auf dem Flügelberg, Gemeinde Reinach. Ich hatte die Balchen, also Felchen, aus dem Hallwilersee. Rührend die Inschrift draussen auf der Restaurantfassade: "Berghaus, 767 ü M". Später kehrten wir dann auf dem Böhlerpass noch einmal ein und... Aber halt, das ist eine eigene Geschichte, in der eine prominente Frau aus Zürich vorkommt; ich bringe dazu morgen oder übermorgen einen eigenen Eintrag.

Die Route: Seon Station - Siebenzwingstein - Dürrenäsch - Wampflen - Ober Flügelberg, Rest. Homberg - Seeberg - Zetzwil - Gontenschwil Station - Baan - Waltersholz - Pfaffenberg - Hohliebi - Tornig - Böhler - Gschneit - Wannenhof - Teufenthal. Je etwas über 800 Meter aufwärts und abwärts.

Sonntag, 30. Juni 2013

Scherrer nonstop

Scherrer zu Fuss. (Screenshot retoscherrer.ch)
Morgen gibts im "Tages-Anzeiger" von mir einen "Kopf des Tages" mit Reto Scherrer. Der Thurgauer TV- und Radiomoderator, Wirtesohn aus Weinfelden, wandert ab Montag für Radio SRF1 und dessen Sendung "Querfeldeins" eine Woche lang durch die Ostschweiz. Er berichtet live, SRF1 räumt dafür sein Programm aus. Es bringt jeden Tag (abgesehen von den Nachrichten, dem "Rendez-Vous" und Musik) Scherrer nonstop.

Samstag, 29. Juni 2013

Drei rote Sturmhüte

Samstag, Wandertag - Regen ist angesagt. Mein Grüpplein und ich, wir fahren nach Seon AG und legen von dort aus eine gut sechsstündige Schleife ins Gelände; mehr darüber am Montag.
Noch etwas Lustiges zum Wappen von Seon. Es zeigt drei rote Sturmhüte; offenbar trugen einst die mittelalterlichen Ministerialen (hohe Beamte) der Gegend solche Hüte. Aufgrund eines heraldischen Missverständnisses gab es aber Jahrhunderte, in denen Seons Wappen drei Eichelfrüchte zeigte. Nun ja, die Ähnlichkeit der beiden Motive ist tatsächlich nicht zu verkennen.

Freitag, 28. Juni 2013

Hau und Kau - harte Arbeit im Arboner Forst

Wenn das keine passende Illustration ist!
Ferdinand Hodlers Holzfäller.
Derzeit lese ich die zweibändige "Appenzeller Geschichte", verfasst von verschiedenen Autoren, 1964 erschienen. Ein Abschnitt befasst sich damit, wie Siedler im Laufe der Jahrhunderte den Arboner Forst bezwangen; so hiess das Waldgebiet, das sich einst vom Bodensee bis zum Säntis erstreckte. Erwähnt werden auch die Flurnamen, in denen sich die Rodung spiegelt. Es sind Namen, die man überall in der Deutschschweiz trifft, nicht nur im Appenzellischen:
  • Rüti, Reute, Rüt, Grüt bezeichnen allgemein Orte, wo der Boden von Wald und Gestrüpp gerodet wurde.
  • Schwendi, Schwand, Schwantelen gehen auf die Methode zurück, den Wald zu "schwänden", zum Verschwinden zu bringen, indem man den Bäumen bis auf Mannshöhe die Rinde abschälte.
  • Brand, Brenden, Brenneren und Sangen (von "sengen") erinnern an die Brandrodung.
  • Aeschen, Aescher, Ruessegg usw. finden wir dort, wo nach der Brandrodung frische Äcker und Wiesen mit der Asche gedüngt wurden.
  • Hau und Kau haben zu tun mit dem Verb "hauen"; an diesen Orten hackte man den Boden frei.
  • Schneit, Schnät, Schnäteren meinen einen Einschnitt im Wald, eine von Menschenhand bewirkte Schneise.
  • Stock, Stocken, Stöcken, Stocker, Stockeren zeugen von der Mühsal, nach den Bäumen, die man fällte, die Stöcke, also Strünke, zu beseitigen.
  • Rone und Ronen sind Parallelbildungen zu Stock usw. von "rone" gleich Baumstrunk.
  • Wurzen, Würzen, Würzer deuten ebenfalls auf die Tätigkeit des Wurzelausreissens.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Küsnachts besondere Strasse

Man fragt sich ja schon, ob es für die Consultingfirma oder auch für den Rechtsanwalt oder den HSG-Ökonomen gute Werbung ist, in Küsnacht an der Ränkestrasse* zu residieren. Macht sich irgendwie seltsam auf der Visitenkarte, oder? Handkehrum könnte man argumentieren, dass gerade ein Advokat in der Ränke seinen Sinn- und Seinszweck sieht und sich deshalb an besagter Strasse besonders wohl fühlt. Gibts in der Schweiz eigentlich auch einen Intrigenweg? Oder ein Manipulationsgässli?
PS: Die Ränkestrasse liegt übrigens am Panoramaweg Pfannenstiel.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Niks Neue

Sensationelle News aus der Welt des Schweizer Gebührenfernsehens: Nik Hartmann, so gestern der "Blick", wandert anderthalb Jahre nach dem Tod von Jabba wieder mit einem Hund. Bzw. einer Hündin. Die neue an seiner Seite heisst Oshkosh und ist ein Border Collie. Am Freitag kann man die beiden als Gespann sehen, in "Wunderland" auf SRF1.

Schwarzer Schnegel mit Eiergelege.
(Wikicommons/ Clemens M. Brandstetter)
Vielen Dank für die Kommentare zum gestrigen Post, bei der gezeigten Schnecke handelt es sich offenbar um einen Schwarzen Schnegel. Hübscher Name. Das Schmunzeln vergeht einem aber, wenn man im Wikipedia-Eintrag liest, dass diese Art bis zu 20 oder gar 30 Zentimeter lang werden kann. Wenn Tiere ihr Format sprengen, werden sie zu Monstern. Wäre doch ein Horrorfilm: "Invasion des Schwarzen Schnegels."