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Montag, 31. Januar 2022

Unter uns der Untersee

Blick von Tägermoos über den Untersee nach Deutschland. Links der Mitte die Halbinsel Höri.
"Wintersalat" im Restaurant Steinberg.
Am Samstag zogen wir von Frauenfeld via Ochsenfurt, Hinderriet, Pfyn, Unter- und Oberhörstetten, Reckenwil und Tägermoos nach Steckborn. Fünfeinviertel Stunden Gehzeit brauchte die Route, wir stiegen je 340 Meter auf und ab, besonders anstrengend wars nicht, vieles war erfreulich. Zum Beispiel gab es kaum Hartbelag, der die Füsse plagt, und die wenigen asphaltierten Abschnitte konnte man vermeiden, indem man am Rand der Strasse im Grasstreifen ging. Die renaturierten Auen an der Murg und der Thur bei Frauenfeld  gefielen uns ebenso wie etwas später zuerst das Tobel des Seebaches und dann das des Ginselbächlis. Mit dem Restaurant Steinberg in Reckenwil fanden wir ein Lokal, das sich bestens für Wanderer und Wanderinnen eignet: gemütlich, freundlich, unkompliziert gute Küche. Nach dem Zmittag fesselte uns dann bei Tägermoos der Anblick des Untersees und der Halbinsel Höri zu unseren Füssen. Am Ende gönnten wir uns eine Postautofahrt, nahmen also statt des Zuges Richtung Schaffhausen den Bus, der uns über den Seerücken retour nach Frauenfeld hinübertrug. So sahen wir einiges wieder, was wir Stunden zuvor zu Fuss kennengelernt hatten.

Hier lebt der Biber: Auengelände an der Thur vor der Ochsenfurt.

Sonntag, 30. Januar 2022

Typisch Seerücken


Der Seerücken im Kanton Thurgau ist mir lieb und teuer. Vor Romanshorn beginnt er und zieht sich über 35 Kilometer Richtung Westen bis zur Grenze zum Kanton Zürich, also zum Stammertal. Ein kalter Wind fegt oft über die dünn besiedelte, waldreiche, karge Hochebene in ihrer mittleren Lage zwischen dem Bodensee und dem Thurtal, etwas weiter entfernt markieren der Säntis und die Churfirsten den Horizont. Gestern waren wir wieder einmal in der Gegend unterwegs. Blau und durchzogen von Wolken und Wölkchen war der Himmel, der unsere Wanderung überwölbte. Weite war, was wir zu fühlen bekamen. Typisch Seerücken.

Samstag, 29. Januar 2022

Ausgerauscht?

Wo Wasser stürzt, kann Energie gewonnen werden:
der Rheinfall bei Schaffhausen. (Foto: Ch-info.ch / Wikicommons)
Wenn der Rheinfall bei extremer Trockenheit sehr wenig Wasser führt, ist das trist. Gestern las ich im "Tagi" von Plänen, oberhalb des Rheinfalles – er ist Europas mächtigster Wasserfall – am linken Ufer ein Stromkraftwerk zu bauen. So steht es im Entwurf des neuen Schaffhauser Wasserwirtschaftsgesetzes, wobei auch der Kanton Zürich, zu dem das linke Ufer gehört, begrüsst werden müsste. Dem Fluss würden bis zu 125 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnommen, das in einen Stollen geführt würde, um nach dem Sturz über 23 Meter Gefälle wieder in den Fluss geleitet zu werden. Mal schauen, wie sich das Projekt entwickelt, das dazu beitragen soll, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Kritiker finden jedenfalls, der Rheinfall würde "praktisch abgeschaltet".

Freitag, 28. Januar 2022

Carhenge


Stonehenge ist weltberühmt, den Kreis aus Megalithen, also Riesensteinen, der Jungsteinzeit in Südengland kennen alle. Kürzlich las ich einen Krimi, der unter amerikanischen Ureinwohnern spielt. Dort kam das neuzeitliche Gegenstück zu Stonehenge vor. Carhenge vom Künstler Jim Reinders liegt im US-Bundesstaat Nebraska, wurde 1987 eingeweiht und besteht aus 38 grau eingefärbten Autowracks, arrangiert in einem Kreis von 29 Metern Durchmesser. Sieht nicht übel aus, finde ich. (Fotos von Wikicommons. Carhenge: Grenzlandstern, Stonehenge: Operarius)

Donnerstag, 27. Januar 2022

Die Sonnentankstelle

Früher Nachmittag auf der Hannigalp.

Etwas Letztes möchte ich zu meinem Saas-Fee-Kurzenaufenthalt loswerden. Nämlich ein Lob der Hannigalp, die auf 2340 Metern am Hang westlich über dem Ferienort liegt. Mit einer gemütlichen Gondelbahn erschlossen, steht sie für Sonne – für jene Sonne, die sich jetzt im Januar unten im Talboden rar macht. Am Dienstag erwanderte ich die Hannigalp vom Dorfzentrum von Saas-Fee aus auf einem engen, als Winterwanderweg vorgeschlagenen Zickzackpfad. Einfach war das nicht. Zwar sahen manche Waldpfade im unteren Teil aper aus, doch tarnte der braune Teppich aus Baumnadeln bloss das darunterliegende Eis. Höher oben wars besser, da ging ich auf einer gewalzten Schneepiste. Oben gabs zur Belohnung ein Bier auf der Terrasse des Bergrestaurants. Und Sonne, Sonne, Sonne, als sei man im sommerlichen Ascona. Es folgte der Abstieg, wobei ich einen anderen, lange Spitzkehren ziehenden und so das Gefälle pfleglich portionierenden Winterwanderweg wählte. Immerhin 3 1/2 Stunden dauerte die ganze Unternehmung bei je 580 Höhenmetern auf- und abwärts. Und jetzt bin ich also wieder zuhause in der Züri-Agglo und denke sehnsuchtsvoll an meine leuchtenden zwei Tage im Wallis zurück.

Tückischer Waldpfad mit verdecktem Eis.
Weiter oben, so winterwandert man gern.

Mittwoch, 26. Januar 2022

Pingu und die Viertausender

War ein bewegender Ausflug gestern in Saas-Fee. Auf Mittelallalin, knapp 3500 Meter über Meer, gabs im Drehrestaurant um neun Uhr ein opulentes Frühstück. Natürlich mitsamt Walliser Trochufleisch. Rundum gleissten die Viertausender um die Wette, Schönheiten wie das Allalinhorn, das Täschhorn, der Dom. Dann, nach dem Essen, gings ins Dunkle, das gleichzeitig doch ebenfalls ein Helles war. Ein Stollen führte ins Innere des Fee-Gletschers. Sein Eis ist Tausende Jahre alt und im "Eispavillon" in einer Abfolge von Räumen und Figuren inszeniert, ich sah eine Eisbar und einen Eisthron und eine Monsterspinne aus Eis und pinguähnliche Gestältchen vor einem Iglu in Kindergrösse. Am Ende wieder ans Licht zu kommen mit den vielen Bergen - es war wie das Erwachen aus einem fantastischen Traum.

Dienstag, 25. Januar 2022

Halb Sterne, halb Stier

Saas-Fee gestern Nachmittag, fotografiert vom Hotelbalkon.

Wallis und Uri im Mix.
Saas-Fee ist grad noch im Januarloch, gemütlich fühlt sich das an, im Bus bei der Anreise von Visp sassen gestern Mittag etwa sechs Leute. Und die Dorfstrasse war dann fast leer. Am Nachmittag machte ich nach der Ankunft eine zweistündige Winterwanderung vom Zentrum zum Restaurant Gletschergrotte und retour, das waren je 280 Meter auf- und abwärts. Eine gute Einstimmung war das. Heute soll es mit der ersten Bahn nach Mittelallalin gehen zum Frühstück auf 3457 Metern über Meer. Danach wird, sobald ich wieder unten bin, am Sonnenhang über dem Dorf gewandert, die Hannigalp steht auf dem Programm. Nun noch etwas zum Restaurant Gletschergrotte. Auf der Homepage (Screenshot links) sieht man ein Halb-Halb-Wappen: links Walliser Sterne, recht der Uristier. Der Wirt löste das Rätsel gern auf. Er sei Urner, er komme aus Attinghausen, erklärte er nicht ohne Stolz.