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Samstag, 7. Januar 2023

Hegifret

Das Kafifenster am Hegibachplatz. (Foto: Yve Delaquis)

Die Kaffeekultur in diesem Land hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Hatte sie auch bitter nötig. Beliebt sind Ausgabefenster, vor demjenigen am Bellevue in Zürich ist oft eine Schlange zu sehen. An einem neuen Fenster dieser Art fahre ich fast täglich vorbei, es findet sich am Hegibachplatz, ebenfalls Zürich. Eine gute Sache. "Hegifret" heisst der Kafikiosk, was wohl auf "Kägifret" anspielt. Eventuell schwingt auch "fretta" mit, "Eile" auf Italienisch. Ist das ein guter Name? Eher nicht, ich jedenfalls finde ihn gesucht. Ob der Kaffee schmeckt, muss ich noch ausprobieren.

Freitag, 6. Januar 2023

Einmal gut, einmal ungut

Vor vier Jahren war ich das letzte Mal auf
dem Aussichtsturm auf dem Stadlerberg im
Zürcher Unterland. Er stammt von 1964.

Heute zwei ganz verschiedene Dinge, beide – für mich jedenfalls – Neuigkeiten. Erstens: Auf dem Stadlerberg entsteht ein neuer Aussichtsturm. Er ersetzt das bisherige, in die Jahre gekommene Modell, wird derzeit gebaut, besteht aus Holz und soll nächsten Frühling eingeweiht werden. Der Stadlerberg, zur Erinnerung, ist jene Erhebung im Zürcher Unterland, von der man wunderbar die Flugzeuge bei der Landung auf dem Flughafen Zürich beobachten kann. Wen es interessiert, wie der neue Turm aussieht, hier gehts zu den Bildern. Eine gute Sache, denke ich. Und nun, zweitens, zu etwas Ungutem. Im Bahnhof Baden finde ich den "Biolade Bade" direkt am Gleis eins eine tolle Sache, hier gibts Feines zu essen und zu trinken. Gestern las ich im "Tagi", dass der Laden Ende Monat schliesst. Vor allem der Pendlerschwund während der Zeit der Corona-Einschränkungen hatte ihm offenbar zugesetzt.

Donnerstag, 5. Januar 2023

Artiolis Plan

San Bernardino im August 2019. (Foto: Adrian Michael / Wikicommons)

Samih Sawiris heisst der Mann, der Andermatt neu erfand. Rund anderthalb Milliarden Franken flossen in den letzten Jahren in sein Unterfangen, den bescheidenen Urner Tourismusort in eine luxuriöse Feriendestination mit allem Drum und Dran zu verwandeln. Diese Woche nun darf man sich fragen, ob Stefano Artioli der neue Samih Sawiris ist. In der "Hotelrevue" las ich jedenfalls einen Artikel, gemäss dem der Tessiner Unternehmer bis zu 300 Millionen Franken in die Wiederbelebung des serbelnden Südbündner Passdorfes San Bernardino stecken will. Bereits hat er dort diverse historische Hotels gekauft, die er zu Luxusherbergen ummodeln möchte. Und auch das dem Ort zugehörige, vor zehn Jahren stillgelegte Skigebiet will er erwecken. "San Bernardino Swiss Alps" nennt Artioli, der vor einem Jahr das "Grand Hotel" von Locarno erwarb, sein Riesenprojekt, für das er noch Partner sucht. Wird das wirklich was? Wir bleiben dran.

Mittwoch, 4. Januar 2023

Digitales Mysterium

Lieber Leserin, lieber Leser, ich weiss nicht, was passiert ist; jedenfalls ist der Blogeintrag von heute morgen über Luthern Bad und die Schwarze Madonna nach ein paar Stunden verschwunden und nicht wiederherstellbar. Morgen ist ein neuer Tag, ich werde den nächsten Eintrag aufschalten und hoffe, das Problem wiederhole sich nicht.

Geblieben ist von meinem heutigen Blogeintrag
nur der Teaser auf Facebook.

Dienstag, 3. Januar 2023

Ein guter Anfang

Aufstieg zum Napf, die Kapelle bei Holzwäge.
Die Berner Alpen am Horizont.

Was für ein aussergewöhnlicher Neujahrstag! Wir waren in ihm unterwegs, als sei Herbst und nicht Winter. Um den Napf zu besteigen, brauchten wir weder Schneeschuhe noch Ski, die Wanderschuhe tatens. Warms war es, am von Wolkenschlieren durchzogenen Himmel entfaltete die Sonne doch einige Kraft, die Jacken wurden ausgezogen, am Horizont reihten sich, durch den Föhn in die Nähe gerückt, die Gipfel von Säntis und Titlis über Eiger, Mönch und Jungfrau bis Stockhorn und Weissenstein. Wir genossen jeden Blick und jeden Schritt. Und oben packten wir den Prosecco aus, die Nüssli und getrockneten Tomaten und Minibiberli. Und stiessen an auf 2023. Es hat gut angefangen, das neue Jahr.

Die Route: Romoos, Post – Weierhüsli – Holzwäge – Änzihüsli – Stächelegg – Napf – Eiflue – Niederänzi – Badegg – Luthern Bad. Knapp 5 Stunden, 900 Meter aufwärts, 810 abwärts.

Der neue Winter.
Niederänzi voraus. Hinten der Jurakamm.

Montag, 2. Januar 2023

Zuma Rock und Napf

Eines der Wahrzeichen Nigerias: der Zuma Rock. (Foto: Fatima/Wikicommons)

Also da möchte ich gern mal hin. Und rauf. Wobei man dafür klettern muss, was ich nicht kann. 30 Kilometer ausserhalb der nigerianischen Hauptstadt Abuja findet man den Zuma Rock. Einen gerundeten, 300 Meter hohen Felsen aus erstarrtem Magma, dessen markante Vertikalstreifen der abfliessende Regen eingraviert hat. Ist er nicht eine Schönheit? Ich stiess kürzlich auf den Zuma Rock, als ich einen Artikel über Nigeria las.

P.S. Gestern gings auf den Napf. War ein Spektakel. Mehr davon morgen.

Sonntag, 1. Januar 2023

Das Ostschweizer Gerücht

St. Gallen. Von hier kann man jederzeit im Zug
nach Paris reisen. Allerdings nicht ohne Umsteigen.

Die Standortförderung von St. Gallen listet sie mit Stolz auf. Auch auf der Website des St. Galler Kulturzentrums Lokremise ist sie genannt. Und die Südostbahn bemüht sie unter Verwendung des historischen Präsens als Beleg für die gloriose Vergangenheit der Stadt als Textilmetropole: " … amerikanische Kaufleute strömen in Scharen in die Stadt: Die Welt blickt nach St. Gallen." Ich rede von der direkten Bahnverbindung St. Gallen-Paris, die es bis vor rund 100 Jahren gab; bis heute ist sie in der Ostschweiz unvergessen. Die NZZ schrieb über sie gestern einen hübschen Artikel, aus dem auch obige Beispiele stammen. Die Pointe des Artikels: Die Zug-Direttissima hat es nie gegeben. Dass sie trotzdem in St. Gallen immer wieder mal erwähnt wird als Illustration für frühere Grösse, hat damit zu tun, dass es zwischen Wirklichkeit und Einbildung keine fixe Grenze gibt. Und dass halt der eine dem anderen abschreibt und die eine der anderen, sodass gewisse Gerüchte ewig leben. Soweit mein erster Eintrag im neuen Jahr, gleich noch einmal wünsche ich allen Glück und Gesundheit. Was mich und mein Grüppli angeht: Gleich geht es los ins Luzernische zur ersten Wanderung im 2023.