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Freitag, 7. Juli 2023

Zuerst Pass, dann Wildsaubratwurst

Fast oben, uff! Unten in Kiental (Bildmitte) sind wir gestartet.
Der Renggpass führt über einen Graskamm. Hinten im Dunst die Wätterlatte.

Widmer, gut getarnt, im Abstieg. (Foto: Ronja)

Sehr lange dauert sie nicht, die Bergwanderung vom Kiental über den Renggpass ins Suldtal, vier Stunden reichen, abgesehen natürlich von Pausen. Doch die Wege sind steil bis sehr steil, wobei man auf der Kientaler Seite im oberen Teil auf einem Alpsträsschen geht. Die andere Seite hats in sich, die erste Stunde steigt man durch verkrautete Wiesen ab, Gras, Farne, Blacken verdecken den nackten Erdboden. Weil es am Vortag geregnet hatte, war am Montag dieser Abschnitt unheimlich rutschig; es wäre schön, wenn da gelegentlich ein Bauer oder Wegmacher mit der Sense zulangen würde. Unten im Suldtal belohnten wir uns im Restaurant Pochtenfall mit deftiger Ware, Ronja hatte die Käseschnitte, ich die Wildsaubratwurst mit Rösti. Feine Sache. Die fünfte Wanderstunde am Suldbach nach Aeschiried war danach leicht, also genau richtig für unsere einigermassen müden Beine.

Kiental, Dorf – Rengg – Renggpass – Undere Obersuld – Restaurant Pochtenfall – Staldeweid – Aeschiried, Schulhaus. 5 Stunden, 955 Meter aufwärts, 900 abwärts.

Impressionen vom Restaurant Pochtenfall. Ein Wasserrad gabs schon im 16. Jahrhundert.

Donnerstag, 6. Juli 2023

Das Rengg-Duo

Hübsche Kapelle: in Kiental, zwei Minuten nach Wanderstart.

Am Montag war die SBB ein bisschen ein Irrenhaus. Die Leute standen am Morgen im Zug Richtung Bern in beiden Klassen, ein Pensionierter rastete aus und schrie den Kondukteur an, er sei 50 Jahre problemlos durch die Schweiz gereist, und jetzt das. Der Kondi schlich weiter, die anderen Passagierinnen und Passagiere schwiegen betreten. Der Zug hatte massiv Verspätung. Am Abend auf der Heimreise blieben wir im Bahnhof Bern länger stehen, halt wieder mal ein Türendefekt. Ich mag hier nicht das ganze Elend ausbreiten in Form weiterer Anekdoten. Letzlich kamen wir ja doch an und kamen wieder heim und kamen zu unserer Wanderung. Dies vor allem. Ich bin stolz, dass ich nun beide Renggpässe gemacht habe. Den einen überschritt ich vor Jahren, er findet sich in der Innerschweiz und führt über den Lopper. Der andere Renggpass kam, eben, am Montag hinzu, er verbindet im Berner Oberland das Kiental mit dem Suldtal. Mehr von der nicht unstrengen Unternehmung morgen.

Mittwoch, 5. Juli 2023

Das Hörnchen von Duggingen

Hirntraining. (Tumisu/Wikicommon)
Ein Nachtrag zu meinen Einträgen vom Montag und Dienstag: Man kann sich fragen, warum ein Berg Hirnichopf heisst. Chopf, klar, ist ein Kopf, ein Knubbel im Gelände. Aber Hirni? Auf der wissenschaftlichen Plattform ortsnamen.ch, die Erkenntnisse kantonaler Forschungsstellen versammelt, gibt es zum Solothurner Hirnichopf keine Deutung. Aber Hirni kommt auch anderswo im Land vor. Zum Beispiel in Duggingen BL, wo ein Geländekänzelchen diesen Namen trägt. In diesem Fall – und wohl übertragbar – lautet die Erklärung auf der erwähnten Internetsite: Hirni hat zu tun mit Horn, ein Hirni ist ein Hörnchen. Einen Zusammenhang mit unserem Denkorgan, dem Hirn, gibt es nicht.

Dienstag, 4. Juli 2023

Wo waren bloss die anderen?

Sommer auf dem Nunningenberg.
Blick vom Zinglenberg Richtung Wasserfallen.

Der Zug von Zürich nach Olten war proppenvoll, bei der Heimreise wars dann auf derselben Strecke noch übler, die Leute standen. Umso traumhafter kommt mir im Rückblick unsere Samstagsunternehmung im Schwarzbubenland vor. Während der vier Stunden Gehzeit trafen wir keine anderen Wanderer und Wanderinnen an und keine Leute auf dem Bike, das Gelände gehörte uns voll und ganz. Angenehm war auch das Wetter, zehn Minuten regnete es ganz fein, ansonsten wars warm, wobei gleichzeitig ein kühles Windchen blies. Und um die Liste der guten Dinge noch zu verlängern: Auf dem Meltingerberg assen wir im gleichnamigen Restaurant, untergebracht in einer ausgebauten Scheune, gut. Siehe Foto. 

Nunningen, Post – Chäppeli – Nunningenberg – Zinglenberg – Hirnichopf – Chastenboden – Meltingerberg – Chäsel – Chambrunnen – Pfifferen – Erschwil, Dorf. 4 Stunden, 10 Minuten, 615 Meter aufwärts, 795 Meter abwärts.

Mmmmm. Zmittag.

Montag, 3. Juli 2023

Es ist der … Hirnichopf

Impressionen vom Zinglenberg und vom Hirnichopf (links unten).

Lang und aussichtsreich ist der Kamm des Zinglenberges, südlich krönt ihn der Hirnichopf, 1026 Meter über Meer, Gemeinde Meltingen, Kanton Solothurn. Um ihn ging es im gestrigen Sonntagsrätsel, in dem ich einen "verstandesbetonten" Berg in der Nordwestschweiz suchte; inspiriert zu meiner Quizfrage hatte mich, dass wir den Hirnichopf am Vortag bestiegen hatten. Bereits um 6 Uhr 41 erreichte mich von Leser Thomas Auer die richtige Antwort, ich gratuliere ihm und den anderen, die das Rätsel gelöst haben: Werner Ammann, Monika Schlatter, Niklaus Bruggmann, Marlies Sturzenegger, Stefan Brauchli.

PS: Und dann meldete sich noch Franz Horváth. Mit einer Lösung, die mich überraschte. Hällchöpfli. So heisst ein Gipfel von 1232 Metern in der Weissensteinkette. Heller Kopf, der Franz! Ich gratuliere grad noch einmal.

Sonntag, 2. Juli 2023

Verstandesbetonter Berg

Nach viel zu langer Pause hier endlich wieder einmal ein Sonntagsrätsel. Wie heisst im nordwestlichen Quadranten unseres Landes, in deutschsprachigem Gebiet, ein Berg, der erstens einen ausgesprochen verstandesbetonten zweiteiligen Namen trägt und zweitens mit etwas über 1000 Metern Höhe eher ein Hügel ist als ein Berg? Lösungen bis heute Sonntag, 20 Uhr, an widmerwandertweiter@yahoo.de, die Auflösung gibts morgen.

Samstag, 1. Juli 2023

Wanderung mit Polenta

Unten sind die Toiletten und anderes, in der Mitte isst man und geniesst
den Blick durch die grossen Fenster, und oben schläft man: die Capanna Corno Gries.
Ossobuco mit Polenta.
Eine knappe Stunde braucht man von der Postautohaltestelle Cruina im Bedrettotal bis zur Capanna Corno Gries. Die Hütte, 2338 Meter über Meer, heisst so nach dem Corno Gries, dem Grieshorn, das man in einiger Entfernung aufragen sieht. Zwei Dinge machen den Ort speziell und motivierten auch unsere Wanderung am Dienstag. Erstens ist die Capanna Corno Gries kurios anzuschauen, wie ein Raumschiff auf Zwischenlandung im Tessin wirkt sie. Und zweitens wird ihre auf lokalen Produkten basierte Küche geschätzt. Tatsächlich war die Polenta körnig, mit etwas Biss, währschaft, nicht zu vergleichen mit der Drei-Minuten-Polenta, die ich mir zuhause ab und zu anrühre. Und was den Bau angeht: Nun, ich ringe noch, ob ich ihn schön finde oder nur eigen. Jedenfalls aber erlaubt die durchgehende Fensterfront des Restaurantteils einen tollen Bergblick. Und Hüttenwart Thomas Bärlocher erwies sich als geduldiger Gastgeber und beantwortete all unsere Fragen zur Hütte, zu den Bergen rundum, zu den Wildtieren, die man hier erleben kann, zur Energieversorgung. Als wir dann wieder unten in Cruina waren, war das noch lange nicht das Ende der Unternehmung, in zwei zusätzlichen Gehstunden hielten wir talabwärts, Richtung Airolo, bis ins Dorf Ronco. Wieder einmal hat man viel gesehen. Und gut gegessen.
Ich schlafe nicht gern in Hütten. Aber jedenfalls
rochen die Schlafräume frisch und fein.
Die Gaststube der Capanna.