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Donnerstag, 14. Dezember 2023

Sisi und die Schwyzer Nonnen

Elisabeth von Österreich 1865.
Fotografie von Joseph Albert.
(Wikicommons)
Kaiserin Elisabeth von Österreich, uns besser bekannt als "Sisi", ist 1857 am Boden zerstört. Mit ihrem Mann, Kaiser Franz Joseph, weilt sie in Budapest, als Sophie, die zweijährige Tochter, krank wird. Vermutlich ist es Typhus, die Ärzte können nichts machen, das Kind stirbt. In den folgenden Monaten schläft die gerade mal 20-jährige Sisi kaum noch, sie isst nicht und magert ab, heute nennt man es wohl "Depression". In dieser Situation stellt ein ihr vertrauter Hofkaplan den Kontakt zum Kloster in der Au her, dem Frauenkloster in Trachslau unweit von Einsiedeln. Seit 1846 pflegen die Benediktinerinnen von Trachslau die Ewige Anbetung, sprechen also rund um die Uhr Tag für Tag Gebete. Fortan schliessen sie die Kaiserin in ihre Fürbitte ein. Hat es genützt? Nun, Sisi rappelt sich jedenfalls wieder auf und schenkt dem Frauenkloster in Trachslau zwei Jahre später einen goldenen Messkelch mit der Inschrift "E. K. v. O. Elisabeth, Kais. v. Oesterreich." Bis heute kommt der Kelch an hohen kirchlichen Festen im Kloster zum Einsatz. Gelesen habe ich die Geschichte gestern im neuen "Y-Mag", dem Magazin des Amtes für Wirtschaft des Kantons Schwyz, recherchiert hat die Begebenheit mit Weiterungen, die ich hier weglasse, mein alter "Facts"-Kollege, der Zuger Historiker Michael van Orsouw.

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Ruhige Route mit Rösti

Blick zur Pilatuskette kurz vor Studenweid.
Winterliches Land ebenfalls im Gebiet Studenweid.

Vier Stunden dauerte unsere Samstagswanderung vom Bahnhof Willisau via Ostergau, Kessenthal, Studenweid und Elswil nach Menznau und weiter via Sagenmatt, Seeburg und das Spital von Wolhusen zum Bahnhof Wolhusen. Ich rede von der Gehzeit, wohlgemerkt, dazu kamen anderthalb gemütliche Stunden im "Lamm", dem Dorfresti von Menznau, wo ich eine Monumentalbratwurst und eine wundervoll knusprige Rösti hatte. Das Wetter war grossteils erfreulich, der Regen setzte erst kurz vor Wanderschluss ein und blieb sanft, zuvor hatten wir die eine oder andere Ecke blauen Himmels ausgemacht, wir sahen die Pilatuskette, die Rigi und sogar den Clariden. Was will man mehr an einem Dezembertag, der in der Meteoprognose mit einem düsteren Wölkli samt Regentropfen versehen ist? Wer dieser Tage nicht in die Berge reisen mag und es gern ruhig hat – voilà die passende Strecke.
Die Linde auf dem Märzhubel am Rand von Wolhusen.

Dienstag, 12. Dezember 2023

Im Angesicht des Todes

Markenzeichen des Wolhuser Totentanzes sind die in die Fresken integrierten Schädel.
Schädel säumen auch die Kapellentür.
Der Tod ist ein grober Geselle, er entreisst dem Wirt den Geldbeutel und tritt ihn in den Bauch. Und er zurrt an der Kordel der Kutte des Mönches, der deswegen klagt: "So mächtig mich der Tod betrengt das mich mein Strick am Gürtel engt dies wyte kleid ich trug ohn schmertz jez bengts mich sehr um das hertz." Der Totentanz von Wolhusen ist einer der am besten erhaltenen im Land, er findet sich in der 1661 erbauten Totenkapelle beim Friedhof, am Samstag steuerten wir den Ort als letztes Zwischenziel vor dem Bahnhof Wolhusen an (morgen mehr zur Route). Was diesen Totentanz besonders macht, sind die menschlichen Schädel, die in die Fresken eingepasst sind und diese so ins Dreidimensionale befördern. Das habe ich bisher nirgendwo anders gesehen.
Die Totenkapelle von Wolhusen steht beim Friefhof oberhalb der Pfarrkirche.

Montag, 11. Dezember 2023

Willisauer Seenplatte


Das Ostergau östlich von Willisau bringt Wanderer und Wanderinnen ins Staunen. An die 20 Weiher sind zu sehen, deren geometrische Anordnung die Anlage durch Menschenhand verrät. Am Samstag kamen wir vorbei und lasen natürlich die Infotafel, die das Ganze erklärt. Im Ersten Weltkrieg wurden die Weiher eingerichtet, man wollte Torf abbauen. Im Zweiten Weltkrieg setzte man Pumpen ein, senkte den Grundwasserspiegel um sechs Meter ab, Kohle und Öl waren knapp, der Torf als Brennmaterial begehrter denn je. Zeitweise arbeiteten vor Ort 300 Leute. Später durfte sich die Natur das Terrain zurückerobern, heutzutage ist das Ostergau, eine Art Seenplatte des Luzerner Hinterlandes auf kleinstem Raum, streng geschützt, im Wasser tummeln sich Fische, es gibt Riedflächen, Röhrichte und artenreiche Feuchtwiesen, seltene Pflänzli gedeihen. Bei unserer Visite war das Gelände teilweise überschwemmt. Das machte das Ostergau noch reizvoller, als es ohnehin ist.
Das Ostergau auf der "Schweizmobil"-Karte.

Sonntag, 10. Dezember 2023

Das Geheimnis des Tuetisees


Wir kamen dem Tuetisee, auch "Tuetensee" genannt, gestern nicht wirklich nahe, sahen das Kleingewässer zwischen Menznau und Wolhusen im Kanton Luzern immerhin aus einiger Distanz von oben. Es birgt auf seinem Grund, in gut 14 Metern Tiefe, etwas ganz Besonderes. Nämlich ein Militärflugzeug. Am 8. März 1984 um circa 9 Uhr passiert der Unfall. Drei Hunter-Kampfflugzeuge, die in Dübendorf gestartet sind, üben im Luzernischen auf 7000 Metern Höhe den Luftkampf. Dabei berühren sich zwei Maschinen, sie stürzen beide ab, erfreulich, dass die Piloten den Schleudersitz aktivieren können, sie überleben ohne gröbere Verletzungen. Die eine Maschine bohrt sich knapp neben einem Bauernhof in den Boden. Und die andere stürzt in den trüb-moorigen Tuetisee. Bis heute ist sie nicht geborgen worden. So ein harmloses Seeli – und so eine wilde Geschichte.

Samstag, 9. Dezember 2023

Das Wort zum Samstag

 


Trowalisieren? Was zur Hölle ist das denn? Grad eben ging mir von einer Firma in Biberist, Kanton Solothurn, ein Mail zu, in dem das Wort vorkam. Ich schlug es nach. Es handelt sich um ein Schleifverfahren. Man gibt dabei Werkstücke, meist solche aus Metall, zusammen mit Schleifkörpern, den sogenannten Chips, in einen Behälter. Dieser wird in Rotation oder Schwingung versetzt, so kommt es zu einem Schleifeffekt. Willkommen in meinem Wortschatz, liebes Trowalisieren.

PS: Heute wird endlich wieder gewandert. Und zwar in der Gegend von Willisau. Ich hoffe, das Wetter benehme sich manierlich.

Freitag, 8. Dezember 2023

Aller guten Dinge sind vier

18. Dezember 2010 zwischen Wädenswil und
Menzingen, zwei Gehstunden vor dem Restaurant
Sihlmatt, wo mein Grüppli das Weihnachtessen nahm.
Dabei war auch der – mittlerweile verstorbene – Hund Emil.

Vier Weihnachtsessen stehen in meiner Agenda. Das erste findet heute Abend statt, die Redaktion der "Schweizer Familie" wird in einem Lokal in Adliswil speisen, es gibt Roastbeef für die Fleischesser und gefüllte Zucchetti für die Vegis. Das zweite Festessen folgt mit einigem Abstand kurz vor Weihnachten, ich und mein Wandergrüpplein werden in der Gegend zwischen der Reuss und Baden wandern und dann in Fislisbach znachten, der Anlass hat Tradition, 2009 fand unser erstes Grüpplein-Weihnachtsessen statt. Bleiben Essen Nummer drei und Nummer vier. Die führen mich ins Appenzellerland zur Familie, die sich am Heiligabend in einer Wohnung in Teufen und einen Tag später in veränderter Zusammensetzung in einem Restaurant ebenfalls in Teufen trifft. Mir schwillt nur schon beim Gedanken an all die guten Dinge, die auf mich warten, der Bauch.