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Donnerstag, 21. Dezember 2023

Schneller unterwegs in Lugano

Ponte Tresa, eine Komposition der
Lugano-Ponte-Tresa-Bahn.
Wer von Lugano im Zügli nach Ponte Tresa reist, ist auf einer Art Zickzacklinie unterwegs. Die Fahrt ist eine Zuckelei und dauert. Das Problem ist erkannt, es gibt ein Projekt namens TramTreno, die Linie schneller zu machen. Und sie besser an gegenwärtige Bedürfnisse anzupassen. Heutzutage endet die Fahrt, jetzt von Ponte Tresa aus gesehen, beim SBB-Bahnhof Lugano, der hoch über der Stadt platziert ist. Neu würde das Zügli von dort als eine Art innerstädtische Metro hinab ins Zentrum geführt, las ich gestern auf espazium.ch. Zudem soll bei Bioggio ein über zwei Kilometer langer Tunnel entstehen. Das heisst, dass man in Zukunft aus von Bioggio das Zentrum von Lugano in sieben Minuten erreichen würde, derzeit sind es 22 Minuten. Eine beachtliche Beschleunigung. Freilich dauert es, bis sie erlebbar sein wird. Die Bauarbeiten sollen 2025 beginnen und bis 2035 dauern.

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Verjüngung auf dem Bachtel

Das Restaurant – und der Aussichtsturm – auf dem Bachtel. 
Luftaufnahme von Walter Mittelholzer, 1923. (ETH-Bibliothek/Wikicommons)

  • Die veraltete Gebäudetechnik wird erneuert.
  • Die zugigen Fenster werden ersetzt.
  • Das ganze Haus wird isoliert.
  • Die Gaststube wird rollstuhlgängig gemacht.
  • Es werden Wärmepumpen und fotovoltaische Anlagen installiert.
  • Last not least: Der morsche Dachstuhl wird abgebrochen und ein neuer gebaut. Dies bietet Gelegeheit, das Haus wieder so herzurichten, wie es vor hundert Jahren aussah: fünf markante Giebel. Und eine Schindelfassade. Die 36 000 dafür benötigten Schindeln hat ein Zimmermann aus der Region bereits hergestellt.

Las ich alles diese Woche im "Tagi". Es geht um den Umbau des Restaurants auf dem Bachtel, dem formidablen Aussichtshoger im Zürcher Oberland. Fast sechs Millionen wird die Erneuerung kosten, die Genossenschaft Bachtel-Kulm hat in der letzten Zeit fleissig Geld gesammelt, jetzt ist klar, dass der Kanton eine Million Franken beisteuert. Nächstes Jahr schliesst das alte Haus, bis es wieder öffnet, haben wir Sommer 2025. In der Umbauphase soll eine Besenbeiz einfache Verpflegung bieten.

Dienstag, 19. Dezember 2023

Dem Himmel nah

Das Zelt des Humorfestivals auf Tschuggen, links daneben die KuhBar.
Rechts in der Tiefe ein paar Lichter von Innerarosa.
Er mittermeiert.
In der KuhBar.
Ja, die waren auch da.
Ich hatte in der Vergangenheit nie ernsthaft die Absicht gehabt, das Arosa Humorfestival zu besuchen. Allein die Idee einer Abendvorstellung auf 2000 Metern Höhe kam mir bizarr vor. In der Dezemberdunkelheit mit der Bergbahn in die Höhe fahren und an einer Veranstaltung teilnehmen, die um 21 Uhr beginnt: Ist doch abwegig, oder? Vor allem, wenn man früh ins Bett geht und früh aufsteht. Nun, am Wochenende war ich eingeladen, hatte also ein Freibillett. Und ich muss im Nachhinein sagen: Das war eine ausserordentliche Sache, ich bin froh, das Festival mal erlebt zu haben. Es begann schon mit dem viertelstündigen Anmarsch von der Mittelstation der Weisshorn-Bahn auf dem mit Solarfackeln ausgesteckten Winterweg, plötzlich zeigte sich etwas unterhalb bei Tschuggen das erleuchtete Zirkuszelt. Wir hatten auch grad noch schön Zeit, daneben in der KuhBar etwas zu trinken. Das Programm des deutschen Kabarettisten Michael Mittermeier war dann eine Wucht, was ich hier nicht vertiefen mag, sonst wird mein Eintrag endlos. Blöd und nervig waren einzig die zwei besoffenen Pärli mittleren Alters direkt vor mir, die laut miteinander quatschten und gestikulierten, bis tatsächlich der Mittermeier von der Bühne herab fragte, ob sie nicht Lust hätten, ihr Gespräch anderswo fortzusetzen. Danach gings einigermassen. Grossartig auch die Fortsetzung des Abends: Um halb zwölf stiegen wir, wieder auf einem illuminierten Winterpfad, recht steil ab nach Innerarosa. Und gingen dort noch in die Hotelbar. Dass ich lange nach Mitternacht ins Bett kam und Gin Tonic zwar liebe, aber nicht wirklich vertrage, mag hinlänglich erklären, dass ich am Sonntag nicht mehr winterwanderte, sondern nach dem opulenten Frühstück heimreiste; ohnehin wollten meine Gspänli skifahren, was ich nicht tue. Ich hatte am ersten der zwei Tage in Arosa genug Schönes erlebt, fand ich und bedauerte nichts, obwohl mich in Zürich der Nebel schluckte. Ah ja, noch dies zu Arosa: Das Allerwunderbarste von allem Wunderbaren war auf Tschuggen das Firmament gewesen. Die Sterne funkelten, ich sah den Grossen Wagen. Schon lange habe ich mich dem Himmel nie mehr so nah gefühlt.

Montag, 18. Dezember 2023

Beat, Hitsch und der Schwellisee


Am Samstag, wie gestern erwähnt, war das Wetter in Arosa ein Traum. Der Himmel war blau, die Sonne schien, mein Gesicht fühlte sich am Abend an wie von innen beheizt. Nicht mit meinem Grüppli war ich für einmal unterwegs, sondern mit Leuten von der "Schweizer Familie" – was war man gut gelaunt und was war das für ein Vergnügen, sich mal abseits der Redaktion zu begegnen, zu unterhalten, zu amüsieren! Wir starteten in Innerarosa bei unserem Hotel eher spät, kurz vor 13 Uhr, was sich als vorteilhaft herausstellte. Nächstens ist Weihnachten, also die dunkelste Zeit des Jahres, ein paar Hänge im engen, von hohen Bergen umgrenzten Tourismusort lagen im Schatten und blieben es. Was unser Ziel angeht, den Schwellisee, so waren wir auf der gut zweistündigen Rundtour ab Innerarosa zu 95 Prozent in der Sonne unterwegs, noch um 12 Uhr wäre das anders gewesen. Auf dem Rückweg vom Schwellisee dann kamen wir bei Ifang zum Restaurant Alpenblick und kehrten ein, ich hatte eine Pouletbrust mit Spätzli und Gemüse und fand das Essen aussergewöhnlich fein, die Spätzli irgendwie leicht und doch subtil butterig, ich kanns nicht besser sagen. Hier wirten zwei nicht mehr ganz junge Männer, die einst zusammen in Arosa zur Schule gingen: der Hotelier Hitsch Leu zum einen und Beat Caduff zum anderen, der über zwei Jahrzehnte in Zürich mit grossem Erfolg "Caduff's Wine Loft" betrieb und jetzt (unter anderem) wieder im Ort wirkt, wo er aufwuchs. Doch, das war eine gute Einkehr. Wie es mit uns in Arosa weiterging, erzähle ich morgen.

Sonntag, 17. Dezember 2023

Arosa sehr hell

Gestern hatten wir in Arosa ein Traumwetter. Heute soll das wieder so sein, sagen die Prognosen. So richtig von meinem Aufenthalt berichten will ich erst morgen - es gelingt mir hier im Hotel nicht, ein Foto hochzuladen. Schönen Sonntag allen!



Samstag, 16. Dezember 2023

Vom einen See zum anderen

Der Berner David Gottlieb Matti, Weinhändler und Dragoner-Offizier, hielt sich die meiste Zeit seines Lebens in Vevey auf. Offenbar war er ein vifer und geschäftstüchtiger Mann – als er in den 1830er-Jahren mitbekam, wie auf vielen Schweizer Seen eine touristisch motivierte Passagierschifffahrt entstand, kaufte er ein grosses Schiff, die "Echo", die bis anhin auf dem Genfersee verkehrt hatte. Die "Giessbach", wie das Schiff fortan hiess, kam ab 1839 auf dem Brienzersee zum Einsatz. Ein paar Jahre später wurde es sozusagen versetzt und befuhr nun den benachbarten Thunersee, wo mehr Kundschaft zu finden war. Gelesen habe ich das im voluminösen Band "Die Geschichte der Schifffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee" von 2021 aus dem Weber Verlag, in dem ich gestern wieder einmal blätterte.

PS: Gleich fahre ich nach Arosa zum Winterwandern. Ich freue mich auf die Sonne. Und auf den Schnee.

Freitag, 15. Dezember 2023

Wiggerologie

Die Leute aus dem Kanton Luzern, eventuell auch die aus dem Kanton Aargau brauchen diesen Eintrag nicht zu lesen, sie wissen vermutlich schon, was ich hier darlege. Mir aber war bis vor wenigen Tagen neu, dass es in diesem Land nicht nur den bekannten Fluss Wigger gibt, sondern auch ein Flüsschen Wiggere. Also, schaffen wir hier eine Klarheit, von der ich selber profitiere, indem ich die zwei Gewässer in Zukunft nicht verwechseln werde. Hoffentlich.

  1. Die Wigger bildet sich auf Luzerner Gebiet aus Quellbächen am Nordhang des Napfs. Sie fliesst auf ihrem Weg nach Norden durch Orte wie Willisau, Dagmersellen, Zofingen und Rothrist, wechselt dabei auf der Höhe von Brittnau in den Kanton Aargau und mündet am Ende bei Aarburg AG in die Aare.
  2. Die Wiggere entspringt bei Buchensäge in der Gemeinde Menznau und fliesst in Wolhusen in die Kleine Emme. Sie ist wesentlich kürzer und zu hundert Prozent luzernisch.
Braun nach dem Regen: Der Fluss Wigger
bei Dagmersellen im Dezember 2021.
Alles klar? Nun, leider muss ich an dieser Stelle neue Verwirrung stiften. Die Wigger heisst im Dialekt auch Wiggere. Oder Wegere. Und die Wiggere wird bisweilen auch Wigger genannt. Oder Wolhuser Wigger. Oder Wiggernbach. Schweizer Geografie kann einen in den Wahnsinn treiben.