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Donnerstag, 1. April 2021

Fünf Köpfe, ein Tal

Eine Tessiner Tageswanderung, die ich knapp vor dem Osterrun Richtung Süden grad noch geschafft habe: hinein und hinauf ins Val Morobbia, das bei Giubiasco östlich abzweigt hinauf zur italienischen Grenze. Es gibt viel zu erzählen von der Route. Heute will ich mich freilich kurz fassen und nur drei Fotos mit insgesamt fünf Köpfen zeigen.

Christoph Blocher und Micheline Calmy-Rey an einer Hauswand in Vellano.
Über den Zaun geglotzt: Lama (oder Alpaka) bei Carmena.
Madonna und Kind im Bildstock auf den Monti di Stagno.

Mittwoch, 31. März 2021

Das Wolfsdorf

Loveresse in der Bildmitte. Links und unten Reconvilier.
Hinten die Moron-Flanke. (Foto: Oblic/Wikicommons)

Als wir letztes Wochenende in Loveresse durchkamen, einem hübschen Dorf im Berner Jura, dachte ich wieder einmal, dass englische Wörter im Französischen viel besser klingen. Vor allem, wenn sie so charmant eingemeindet wurden wie "Loveresse", das ja ein Femininum ist: le lover, der Liebhaber; la loveresse, die Liebhaberin.

Blödsinn. Diese Deutung ist natürlich kreuzfalsch. Ich schlug den Gemeindenamen zuhause nach. Die Endung -eresse geht auf die lateinische Form -aricia zurück und bezeichnet einen Ort, an dem sich eine Tierart sammelt. Und Lover- kommt von lateinisch lupus, Wolf. Loveresse ist der Ort, wo sich die Wölfe sammeln. Nun, wir sahen vor Ort keine.

Dienstag, 30. März 2021

Enge und Weite, Schnee und Krokusse

Très sympa! Ein Bewohner von Champoz. (Foto: Ronja)

Das war am Samstag eine tolle Wanderung. Auch wenn ein kalter Wind blies, der durch Mark und Bein ging, so dass wir die zwei Pausen kurz hielten. Wir starteten in Court im Tal der jungen Birs. Berner Jura also. Und durchzogen die Gorges de Court, eine gewaltige Kalkklus, in der der Fussgänger meist abseits der Strasse geht und von ihr nicht gestört wird. Schachtelhalm gedieh in ihr in grossen Mengen, die steilen Flanken waren beidseits von umgestürzten Bäumen übersät. Bei Perrefitte bogen wir ab in die aparte Kleinschlucht Combe Favet (siehe Eintrag von gestern). Und erreichten bald danach Champoz – Halbzeit. Die zweite Etappe führte unterhalb des Moron und parallel zu seinem Kamm via Rond Peux, Pâturage Dessous und den untersten Teil der Forêt de Moron nach Loveresse und hinab nach Reconvilier. Dort gab es ein kaltes Bier aus dem Lidl, das mich paradoxerweise wärmte. Ich kann die 5-Stunden-Route (655 Meter aufwärts, 590 abwärts) nur empfehlen, sie ist abwechslungsreich, zuerst geht man in der Enge, dann folgen aussichtsreiche Abschnitte. Und die Strecke ist schön einsam, wenigstens zu dieser Jahreszeit, andere Wanderer sahen wir nicht. Auf den höchsten Stellen, knapp 1000 Meter über Meer, lag übrigens noch ein wenig Schnee. Und gleichzeitig erfreuten uns winzige Krokusse, die hie und da aus dem Boden lugten.
Blick zurück am Ortsrand von Reconvilier. Links die Moron-Flanke.
Die Birs in den Gorges de Court.

Montag, 29. März 2021

Schönes Schlüchtli


In Perrefitte, das im Westen an Moutier anschliesst, öffnet sich Richtung Champoz eine kleine Schlucht. Auf der Schweizmobil-Karte erhält das Schlüchtli erst einen Namen, wenn man vergrössert: Es ist die Combe Fabet. Am Samstag durchzogen wir sie, waren angetan von den umgestürzten, vermoosten Bäumen, den gerölligen Kalkbrocken, der Stille. Die bernjurassische Klus war eine Trouvaille, wie hoffentlich auch die Fotos belegen. Etwas mehr zu unserer Wochenend-Unternehmung will ich morgen erzählen.

Sonntag, 28. März 2021

Verschiedene Zeiten

Zeitmesser Kerzenuhr.
(Foto: Flyout/Wikicommons)
Ich schreibe an einem längeren Artikel über die Zeitmessung und ihre Geschichte. Hier eines von vielen Dingen, die ich in den letzten Wochen gelernt habe: Wesentlich zur Verbreitung des modernen Zeitempfindens trägt die Erfindung der mechanischen Gross-Uhr bei. Die ersten Exemplare entstehen um 1300 in Oberitalien. St. Peter in Zürich hat sechs Jahrzehnte später als erste Kirche auf dem Gebiet der damaligen Eidgenossenschaft eine solche Uhr, die von weitem sichtbar ist durch ihren grossen Stundenzeiger. Die neuen Uhren mit den Zahnrädern im Inneren fordern auch die Klöster heraus, die durch das Mittelalter hindurch sozusagen Hüter der Zeit gewesen sind. Mönche teilen den Tag und die Nacht damals in je 12 Stunden ein. In sogenannte Temporalstunden, die sich am lichten, also hellen Tag von Sonnenaufgang bis -untergang orientieren. Im Sommer ist ein solcher 12-Stunden-Tag viel länger als im Winter, weil jede einzelne Stunde länger ist; das Gleiche gilt umgekehrt für die Nacht. Wichtigste Zeitquelle der Klöster ist die Sonnenuhr; hinzu kommen Sanduhren, Wasseruhren und Kerzenuhren. Die Temporalstunden halten sich je nach Gegend und Land noch Jahrhunderte.

PS: Alle Uhren im Haus brav adjustiert? Wir haben ab heute wieder einmal Sommerzeit. Müsste jetzt nicht sein, wenn es nach mir ginge.

Samstag, 27. März 2021

Meine Wunschliste

Wär schön, wenns heuer klappen würde: die Macun-Seen.
(Foto: Niculin Meyer / Wikicommons)

Jetzt, wo der Frühling wirklich und wahrhaftig da ist, werden die Bergwanderträume stärker – ist bei mir immer so gegen Ende März, Anfang April. Und jedes Jahr versuche ich die Sehnsucht zu benennen respektive sie mit den Namen realer Ziele zu füttern. Diesen Sommer und Herbst unbedingt machen will ich dies:

  • Golitschepass von Kandersteg nach Achseten
  • Bunderchrinde von Kandersteg nach Adelboden
  • Scalettapass vom Dischmatal nach Cinuos-chel
  • Passo della Maggia von Loco (Onsernonetal) nach Lodano (Maggiatal)
  • Bocchetta di Val Maggia und Passo San Giacomo vom Robièisee zur Nufenenpassstrasse 
  • Furggeli von Adelboden nach Matten im Simmental
  • Monte Generoso
  • Pierre Avoi ab Verbier
  • Chüemettler
  • Fuorcla da Patnaul von Vals nach Vrin
  • Macun-Seen ab Zernez
So, fertig. Ich gebe mir jeweils Mühe, die Wunschliste nicht zu überladen. Ende Oktober will und werde ich auf diesen Eintrag zurückkommen und schauen, was mir gelungen ist. Ich hoffe, vieles.

Freitag, 26. März 2021

Surfen in Sion

Und das in Sion! (Foto: Alaïa Bay)

Surfen vor hohen Bergen: Kann man in wenigen Wochen in Sion. Dort eröffnet nächstens am Stadtrand Alaïa Bay, eine Anlage mit künstlichen Wellen, die zwei Meter hoch werden und in einem Abstand von 12 Sekunden durchs Becken rollen. Um die 30 Millionen Franken hat der Bau der Anlage gekostet, weltweit gibt es nur wenige davon.

PS: Ein bitzli Musig. Die Beach Boys im Jahr 2012 mit "Surfer Girl".