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Dienstag, 21. Juli 2015

Wandern mit Julien

Ideal für heisse Tage: die Cholerenschlucht.
Julien und sein Grossvater auf der Holzbrücke in Thun.
Vor Monaten schrieb mir ein Elfjähriger ein Mail, Julien, ein Bub aus dem Bernbiet; er wolle mit mir wandern gehen. Gestern war es nun soweit, Julien brachte seinen Grossvater mit, zu dritt zottelten wir los - von Thun durch die Cholerenschlucht nach Heiligenschwendi, auf den Aussichtspunkt Blueme und hinab nach Schwanden, Sagi; 4 1/2 Stunden, 900 Meter aufwärts, 380 abwärts. Obwohl ich es grundsätzlich nicht einfach finde, mit Leuten loszuziehen, die ich nicht kenne, war es in diesem Fall super. Meine zwei Begleiter waren mir auf Anhieb sympathisch, und Julien stellte sich als Wandercrack heraus, der unglaublich viele Routen kennt, den Fahrplan auswendig kann und Schluchten sammelt. Doch, ein guter Tag! Sicher werden wir im Herbst wieder mal zusammen wandern.
Blueme: Links der Thunersee, in der Mitte Heiligenschwendi mit Höhenklinik.

Freitag, 14. November 2025

Julien, Heinz und die Gräben

Blick über die Emmentaler Hügel zu den Berner Alpen.
Bis jetzt war der November wirklich nett zu uns.
Aus Nagelfluh gebaut: unser Wandergelände.
Am Mittwoch war ich – endlich – wieder einmal mit zwei alten Berner Freunden unterwegs, Julien und Heinz, der eine ein Jüngling, der andere sein Grossvater. Die Route, die die beiden vorgeschlagen hatten, führte ins Emmental. Wir wanderten in der Gegend der beiden Frittenbachgräben, des oberen und des unteren. In den einen, den Oberen Frittenbachgraben, kann man ab Langnau mit dem Postauto hineinfahren, was wir taten. Von der hintersten Haltestelle, Aeugstmatt, stiegen wir, zuerst auf einem Strässchen, dann auf einem Feldweg, auf zur Hollernscheuer. Und zogen im Folgenden, nunmehr alles auf offiziellen Wanderpfaden, in einer grossen Kurve durchs Gelände. Ab Fluhhüsli hielten wir dabei lange die Höhe, passierten ab und zu einen abgelegenen Hof, erahnten nun in der Tiefe den Unteren Frittenbachgraben. Via Geilisgut, Ober Lehn, Glattenwasen, Ried erreichten wir schliesslich den Bahnhof Zollbrück. Ich weiss nun etwas mehr von der vertrackten emmentalischen Geografie. Dank Julien und Heinz. – 2 h 30 min. 280 Hm aufwärts, 470 Hm abwärts.

Freitag, 10. Februar 2017

Zu den Nothelfern

Im Zirkelsgraben.

Von Wünnewil nach Heitenried braucht man auf dem Wanderweg 2 1/2 Stunden. Wir waren am Mittwoch knapp vier Stunden zugange, was zum einen mit dem nassen Schnee zusammenhing, der jeden Schritt bremste. Und zum anderen damit, dass wir nicht die Direttissima gingen. Ausgesucht hatte die Route Heinz, der Grossvater von Julien. Über die beiden habe ich vor längerem kolumniert, jetzt waren wir auf Wunsch von Julien, der mittlerweile 13 Jahre alt ist, wieder zusammen unterwegs. Die Route führte uns nach Dietisberg, wo wir die Glocke der Kapelle läuteten. Hinab via Buchholz in den Zirkelsgraben, der in der kalten Jahreszeit verlassener und idyllischer nicht daliegen könnte.Via Breitenried und Wildbach nach Selgiswil zur Kapelle der 14-Nothelfer, deren Namen ich gelegentlich auswendig lernen will; so etwas steht auch einem Reformierten gut an. Schliesslich stiegen wir auf zum Magdalenawald und steil ab zur - im Blog gestern erwähnten - Magdalenakapelle. Sie begeisterte uns vollends, und wir zogen ein zweites Mal an diesem Tag an einem Seil und brachten so auch diese Glocke zum Klingen. Am Ende der Wanderung stand die absurd riesige neogotische Kirche von Heitenried. Nein, nicht ganz; der wirkliche Abschluss der Wanderung, die mir nasse Füsse bescherte: Das war das St. Michael, wo es ein Bier für uns gab. Nein, nicht für Julien, der hatte ein Fanta.
Tiere im Freiburgischen.

Mittwoch, 15. Juli 2020

Unsere fünfte Tour

Im Mültobel oberhalb Lüchingen und Altstätten.
Vor fünf Jahren schrieb mir ein Elfjähriger aus dem Bernbiet, er wolle unbedingt mit mir wandern kommen, den Grossvater bringe er gleich auch mit. Mittlerweile ist Julien 16 und Heinz 79, gestern unternahmen wir unsere fünfte gemeinsame Tour. Wir stiegen von Heiden via Bischofsberg und Rütegg zum Aussichtspunkt St. Anton auf, um dann durch den steilen Rundenwald hinab nach Altstätten zu halten. Knapp dreieinhalb Stunden dauerte das bei 440 Höhenmetern aufwärts und 770 abwärts. Es war eine angenehme Tour in angenehmer Gesellschaft, Heinz ist ein witziger Lakoniker und Julien ein Jüngling, der vor Routenideen und Wanderfragen übersprudelt. Zudem ist Julien Schluchtenspezialist und kennt Tobel überall im Land. Gestern kam ein neues hinzu: das Mültobel oberhalb Lüchingen, in dem wir gut eine halbe Stunde gingen. Wir mochten es sehr mit seinen hohen Mergelwänden und dem Bach, der sein Bett zu eleganter Glätte geschmirgelt hat.
Blick vom St. Anton, links das Rheintal, rechts der Säntis.

Donnerstag, 12. April 2018

Die Tobeltour

Der Greifensee von der Pfannenstiel-Hochwacht aus.
Julien steigt auf zur Drachenhöhle.
Gestern gabs ein Wiedersehen mit Wanderfreunden: Heinz und sein Enkel Julien kamen aus Bern angereist, zusammen stiegen wir auf den Pfannenstiel. Lang ist es her seit unserer letzten Tour im Freiburgischen - aber was geblieben hat, ist Juliens Liebe für Tobel, er ist Schluchtenspezialist. Und also nahmen wir von Küsnacht den langen Weg durch das Küsnachter Tobel mit Dingen am Weg wie dem Alexanderstein, der Drachenhöhle, der Tobelmüli. In der Hochwachtbeiz auf dem Pfannenstiel, diesem alten Haus von Rocky Docky, assen wir Pommes-Frites, Cervelat, Bratwurst und dergleichen und stiegen schliesslich ab nach Egg. Fazit: Julien hat eine neue Schlucht kennengelernt. Zudem waren wir uns einig: Es soll nicht wieder soviel Zeit verstreichen, bis wir gemeinsam die nächste Route angehen.
Heinz am Küsnachter Dorfbach.

Samstag, 30. Dezember 2023

Picknick bei der Madonna

Fixpunkt unserer Wanderung im Süden des Kantons Freiburg: der Gibloux.

Eine halbe Stunde wanderten wir am Gérigno.

Auf dem Boot nahmen wir Platz. Unter den Augen der Madonna.
Allein die Berge. Ich könnte aufzählen und aufzählen und aufzählen. Und lasse es lieber bleiben, sonst ist dieser Eintrag von Anfang an derangiert – festgehalten sei einzig, dass wir am Donnerstag auf unserer Unternehmung im Greyerzerland direkt unter dem bewaldeten Kamm des Gibloux wanderten, er ist durch jenen Sendeturm markiert, der jedesmal auffällt, wenn man von Freiburg nach Bulle reist. Doch kommen wir zur Hauptsache. Nämlich zu meinen Compagnons. Ich war mit Heinz und Julien zusammen, Grossvater und Enkel, die beide ich vor acht Jahren kennenlernte; seither sind wir in gröberen Abständen immer wieder mal zusammen unterwegs. Heinz und Julien hatten auch die Route vorgeschlagen: von Marsens hinauf zum Hochmoor Les Gurles mit den zwei Waldseelein Etang des Bugnons und Etang du Devin und hernach via Les Arziliers hinab nach Vaulruz zur Bushaltestelle beim stillgelegten Bahnhof Vaulruz-Nord. Vieles machte Spass oder war schön an der vierstündigen Route (460 Meter aufwärts, 350 Meter abwärts):

  • Eine halbe Stunde wanderten wir oberhalb Marsens im Tobel des Gérigno. Ein guter Pfad, hohe Fluhen aus Bröckelmaterial, viele Rutsche, Haufen abgeholzter Äste und Stämme in diversen Stadium des Vermoderns, Brücklein. Und etliche Stellen, an denen man im Sommer gern halten und ein Fussbad nehmen würde.
  • Wir picknickten bei einem umgekehrten Boot am Ufer des Etang des Bugnons unter dem milden Blick einer versteckt im Tann an einen Baum montierten Madonna. Unter ihrer Einwirkung schmeckte mein Sandwich (Poulet mit getrockneten Tomaten) gesteigert gut.
  • Bei Les Arziliers überraschte uns einige Zeit vor Wanderschluss eine Kapelle in aussichtsreicher Lage. Zu Füssen hatten wir an dieser Stelle Vaulruz und das Tal der Sionge. Und gegenüber den mächtigen Moléson, den Nationalberg des Kantons Freiburg.
  • Nach der Busfahrt von Vaulruz nach Romont gönnten wir uns ebenda im Buffet, einer herrlich un-gentrifizierten Knelle, das Schlussbier. Ein Vietnamese wirtet in dem Lokal, weswegen es nach der berühmten Halong-Bucht in Vietnam benannt ist: "La Baie d'Halong".
  • Und noch dies: Julien, 20-jährig, hatte als Wanderleiter fungiert. Er machte das als Vielwanderer umsichtig. Was für eine Entspannung, sich mal nicht mit der Navigation und irgendwelchen ÖV-Finessen herumschlagen zu müssen. Wir werden, heisst das auch, im 2024 wieder zu dritt irgendwohin ausziehen.
    Am Ziel in Vaulruz, hinten das Schloss.

    Eine Rückeroberung.

Freitag, 15. April 2022

Schönes Loch

Die drei Fotos sind etwas unterhalb des Chastenloches aufgenommen.

Schade, war das Beizli im Chastenloch grad zu.
Einen Baumnussgipfel hätte ich gern genommen.
Vor sieben Jahren lernte ich Julien kennen, damals ein elfjähriger Bub. Er, der sich als "Spezialist für Schluchten" bezeichnete, hatte mir geschrieben, er wolle unbedingt mit mir wandern gehen. Zu dritt – Juliens Grossvater Heinz war auch dabei – zogen wir im Berner Oberland los. Und waren danach noch ein paar Mal zusammen unterwegs. Am Mittwoch kam es nach längerer Pause wieder zu einem Treffen von uns drei, Julien, mittlerweile in der Stifti, hatte die Route ausgesucht, eine in der Ostschweiz. Natürlich begingen wir eine Schlucht. Respektive ein Tobel. Das der Goldach nämlich. Wir starteten in Trogen, stiegen hinab ins Chastenloch, folgten nun der Goldach, mal am Ufer, mal höher in der Tobelflanke, zur Achmüli. Dort picknickten wir und setzten danach fort via Sumpf und Tobel zum Schaugenhof am Rand der Stadt St. Gallen. Lang war die Route nicht mit knapp zweieinhalb Stunden (310 Meter aufwärts, 500 abwärts). Aber ergiebig. Die Enge des Chastenloches mit dem herzigen Wirtschäftli, dem vom Wasser glattgeschmirgelten Flussbett, den canyonartigen Wänden, einem in den Hang gehängten Fussgängersteg gefiel uns sehr. Auch der Schluchtenspezialist war begeistert.

Sonntag, 2. August 2015

Das Wandergeschenk

Cooles Geschenk.
Es gibt nette Menschen auf dieser Welt. Vor zehn Tagen schilderte ich, wie ich mit dem elfjährigen Julien und desen Grossvater wandern ging, in der Thunerseeregion. Wir sprachen damals auch über Wanderstöcke, und ich klagte, dass mir die Überzieher aus Plastik abhanden gekommen seien, die Kappen, die die scharfen Spitzen der Stöcke abdecken, wenn diese aus dem Rucksack schauen. Heinz, Juliens Grossvater, erzählte mir, er fertige solche Dinger selber aus einem Stück Schlauch. Und als ich nun vorgestern aus den Ferien im Waadtland heimkam, fand ich in meiner Post ein Geschenk: Stockspitzen-Kappen von Heinz. Ich freue mich sehr und werde sie wohl schon morgen gebrauchen können.

Donnerstag, 5. November 2015

Wo ist denn die Töss?

Die hat ja gar kein Wasser! Die Töss in Bauma.
Die Hörnli-Antenne.
Gestern ging ich mit dem 12-jährigen Julien und seinem Grossvater Heinz im Tössbergland wandern; ich hatte die beiden im Sommer kennengelernt, und wir hatten damals abgemacht, wieder zusammen auszuziehen. Unsere zweite Route war gestern nicht allzu anstrengend: von Bauma via Hundschilen, Musterplatz, Rossweid, Gfell aufs Hörnli und dann nach dem Bratwursthalt in der recht kruden Gipfelbeiz über Tanzplatz hinab nach Steg (3.45 h, 608 m aufwärts, 651 abwärts). Das strahlende Wetter war schon fast Routine, derart lange hält es bereits an. Was mich schockierte: die ausgetrocknete Töss in Bauma; es hat seit Wochen nicht mehr richtig geregnet. Schlechtes Wetter wäre auch wieder mal gut.